Die internationalen diplomatischen Bemühungen waren nicht umsonst, konnten Aserbaidschan und Armenien nunmehr vertraglich vereinbart auseinanderhalten und einen ausgewachsenen Krieg verhindern. Jedenfalls vorerst.

 

Im Laufe des 5. April gab es zwischen Aserbaidschan und der Republik Berg-Karabach eine politisch verbindliche Vereinbarung darüber, das mörderische Feuer wurde endlich eingestellt und die Intensität des Konfliktes ließ nach.

 

1.

De facto hat Aserbaidschan ein kleines Stück vom Territorium Karabachs eingenommen und Baku wird voraussichtlich versuchen, sich das umstrittene Gebiet dauerhaft einzuverleiben. Berg-Karabach und Armenien andererseits werden von den internationalen Vermittlern allerdings verlangen derartig auf Aserbaidschan Einfluss auszuüben, damit die aserbaidschanischen Truppen aus den eroberten Positionen wieder abziehen. Diese Frage, bliebe sie ungeklärt, könnte möglicherweise zu einer erneuten Eskalation des Konfliktes führen.

 

2.

Die Beantwortung der Frage nach den Verlusten der beiden Kampfparteien während der kurzen Zeit der intensiven Kampfhandlungen vom 2. bis 5. April bleibt sehr vage. Die Kampfparteien bestätigen sich selbst 20-30 eigene Tote und mehr als hunderter Toter des Gegners. Dabei behauptet man den Verlust Dutzender gegnerischer Panzer. Bestätigt per Videos wurden jedoch nur 3 armenische Panzer und Aserbaidschan hat den Verlust eines einzigen eigenen Panzers erklärt.

 

Im Endeffekt wurden außer den Verlusten per Videos ersichtlich getöteter Soldaten beider Seiten wohl hauptsächlich Drohnen zerstört. Wahrscheinlich bekommen wir im Laufe der Zeit Insider-Informationen von beiden Seiten über die wirklichen Verluste der Streitkräfte von Aserbaidschan und Berg-Karabach.

 

3.

Alle internationalen Vermittler reagierten auf den Konflikt ziemlich unparteiisch und wirkten sehr positiv auf den Waffenstillstand hin. Außer die Türkei, die längerfristig den aufhetzenden Narren gespielt hat mit dem Thema » Armenien, raus aus Berg-Karabach». Aufgrund des Waffenstillstand profitierte die Türkei von diesem Konflikt nur sehr kurz, obwohl, wenn der Konflikt fortgesetzt würde, sich die bisherige Bilanz noch vergrößern ließe.

 

4.

Die Entwicklung des Konflikts selbst wird in dieser Zwischenphase sicherlich noch zu keinem endgültig dauerhaften Frieden führen. Die Waffenruhe ist nur zwischenzeitlich ein Weg, größere Kampfhandlungen zu verhindern. Das Schicksal der Region Berg-Karabachs wird wie zuvor völkerrechtlich zwischen der These über die Einhaltung der territorialen Integrität Aserbaidschans und dem Recht der Nationen auf Selbstbestimmung hin und her pendeln.

 

Es ist zweifelhaft, dass hier schnell ein für beide Seiten vertretbar dauerhafter Kompromiss gefunden wird. Falls Armenien (von Aserbaidschan ist das gar nicht zu erwarten) die Unabhängigkeit von Karabach nicht anerkennt, wird die Region Berg-Karabach weiter wie bisher ihren eigenen Weg als nicht offiziell anerkannter Staat fortsetzen.

 

Die Tatsache, dass der große Krieg nun doch nicht ausgebrochen ist, verkörpert eine wunderbare Entwicklung, darunter auch für Russland, das wiederum der unangenehmen Wahl, sich zwischen Armenien und Aserbaidschan im Krieg um Karabach zu entscheiden, entkommt. Nun, das Wichtigste ist jedoch, dass dieser Waffenstillstand, so provisorisch er auch immer sein mag, das Leben von vielen Armeniern und Aserbaidschanern rettend bewahrt, die sonst die lange Liste der Opfer dieser langen interethnischen Feindseligkeiten ergänzen müssten. Der tragische Beginn dieser «unendlichen Geschichte» hat seine Wurzeln in der Zeit und den Umständen der Zerstörung der UdSSR.

 

Quelle: www.colonelcassad.livejournal.com

Übersetzung: fit4Russland

 

 

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