Journalisten werfen der Bundesregierung im Falle der Erdogan-Satire des Komikers Jan Böhmermann Doppelmoral im Bereich der Meinungsfreiheit vor.

 

Ankara hatte am Sonntag eine Verbalnote an die Bundesrepublik gesandt und seine Erwartung mitgeteilt, dass gegen den deutschen Komiker Jan Böhmermann wegen dessen Erdogan-Satire ein Strafverfahren eröffnet wird. Von Seiten der Bundesregierung hieß es, man werde das zügig prüfen. Journalisten reagieren kritisch auf die zurückhaltende Position der Bundesregierung und sprechen gar von Doppelmoral, was die Meinungsfreiheit betrifft.

 


​„Wir haben in Deutschland eine Freiheit der Meinungsäußerung und eine Freiheit der Kunst; darauf wäre hinzuweisen. Das kann für Menschen, die dann künstlerisch dargestellt werden, weniger angenehm sein. Nichtsdestotrotz gelten hier die Freiheit der Meinungsäußerung und die Freiheit der Kunst“, sagte im Februar der Sprecher der Bundesregierung Steffen Seibert zur Kritik Warschaus gegen einen Düsseldorfer Karnevalswagen, auf dem eine Polen darstellende Frau unter dem Stiefel des Chefs der national-konservativen Regierungspartei PiS, Jaroslaw Kaczynski zu sehen war.

 

Ist denn im Fall Erdogan die „Freiheit der Meinungsäußerung“ und „Freiheit der Kunst“ nicht mehr so aktuell? Kabarettist Dieter Hallervorden schaltet sich da gern in die Debatte ein – mit einem satirischen Lied über den türkischen Präsidenten:

 

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Sein Beitrag sollte eine Reaktion auf die Versuche Erdogans darstellen, strafrechtlich gegen deutsche Satirebeiträge vorzugehen.

 

Der Komiker und Moderator Böhmermann hatte in seiner Show «Neo Magazin Royale» bei ZDF ein Schmähgedicht auf den türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdogan verlesen. Vorausgegangen waren dem Satiregedicht Beiträge der NDR-Sendung Extra 3, die Erdogan ein eigenes Lied widmete. Daraufhin war der deutsche Botschafter in der Türkei von der Regierung in Ankara einbestellt worden.

 

Böhmermanns „Schmähkritik“ habe ihm bereits eine Verwarnung der Bundeskanzlerin und strafrechtliche Ermittlungen eingehandelt. Verteidigt wird Böhmermann unter anderem von Springer-Vorstandschef Mathias Döpfner, der der Bundesregierung «Unterwerfung» gegenüber Ankara vorwirft.

 

Quelle: Sputniknews

 

 

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