Der Präsident des Europaparlaments Martin Schulz schlägt Alarm angesichts europafeindlicher Bewegungen innerhalb der Mitgliedsstaaten. Er meint zu wissen, warum die Bürger erheblich an Vertrauen verloren haben.

 

Der Präsident des Europaparlaments, Martin Schulz (SPD), warnt davor, die Gefahren für die EU durch die europafeindlichen Bewegungen in den Mitgliedstaaten zu unterschätzen.

 

„Wir sind in Europa seit geraumer Zeit auf einer abschüssigen Bahn. Das Vertrauen vieler Menschen in Institutionen insgesamt, egal ob national oder europäisch, ist verloren gegangen“, sagte Schulz im Gespräch mit dieser Zeitung.

 

Er sieht die Gefahr einer „Implosion der EU“:

 

„Wenn die Briten die EU verlassen, wird es Forderungen nach weiteren Austrittsreferenden geben.“

 

Schulz hält es nicht für ausgeschlossen, dass in weiteren Mitgliedstaaten Rechts- und Linkspopulisten an die Macht kommen. Zwar seien die Europafeinde noch in der Minderheit, doch die schweigende Mehrheit sitze dem Trugschluss auf, dass am Ende alles gut gehen werde. Der Ausgang des Referendums in den Niederlanden über das Assoziationsabkommen mit der Ukraine zeige aber, dass man sich darauf nicht verlassen dürfe.

 

 

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