Trotz des andauernden bewaffneten Konfliktes haben in Syrien am Mittwochmorgen unter verstärkten Sicherheitsbedingungen die Parlamentswahlen begonnen. Mehr als 7.000 Wahllokale sind in 13 von insgesamt 15 Provinzen ab 07.00 Uhr Ortszeit (06.00 Uhr MEZ) bis 19.00 Uhr geöffnet.

 

Nur Rakka und Idlib, die noch immer von der Terrormiliz Daesh (auch Islamischer Staat, IS) bzw. der an-Nusra-Front kontrolliert werden, sind von der Abstimmung ausgenommen. Flüchtlinge aus diesen Regionen können jedoch an ihren vorübergehenden Aufenthaltsorten ihre Stimme abgeben.

 

Jeder Wähler gebe vor der Abstimmung einen Fingerabdruck ab, was eine Mehrfach-Abstimmung in anderen Wahllokalen unmöglich mache. Der Wahl wohnen Vertreter einer Reihe von Kandidaten und örtlicher Gesellschaftsorganisationen bei.

 

Auch im umkämpften Aleppo, im Stadtteil Midan, haben die Wahllokale ihre Pforten geöffnet, wie ein Ria-Novosti-Korrespondent vor Ort berichtet. Midan ist überwiegend von Armeniern und christlichen Arabern bewohnt. Einige Lokale befinden sich lediglich 500 Meter von der Frontlinie entfernt. Für Sicherheit sorgen die Polizei, die Armee die Nationalgarde und die Volkswehr.

 

Die Wahlen erfolgen im Rahmen des Mehr-Parteien-Systems gemäß der Verfassung, die per Referendum am 26. Februar 2012 bekräftigt wurde. Der Volksrat setzt sich aus 250 Abgeordneten zusammen, die in allgemeiner und geheimer Abstimmung auf vier Jahre gewählt werden.

 

Quelle: Sputniknews