Mehr als die Hälfte der Ukrainer sind der Auffassung, die Kampfhandlungen im Donbass sind das Hauptproblem des Landes. Auf Platz zwei und drei folgen Korruption und Arbeitslosigkeit, wie eine Umfrage der ukrainischen unabhängigen soziologischen Forschungsorganisation „Rating“ (Rating Group Ukraine) ergab.

 

57 Prozent der Befragten meinen, die Kampfhandlungen im Donbass seien das Hauptproblem der Ukraine. Das zweitgrößte Problem, für das sich 45 Prozent ausgesprochen haben, sei die Korruption in den Staatsbehörden. 30 Prozent der Respondenten halten die Arbeitslosigkeit für das Hauptproblem. Außerdem stehen das niedrige Produktionsniveau, die fehlende Kontrolle bei den Preiserhöhungen, der Kursrückgang der ukrainischen Hrywna und die Beziehungen zu Russland in der Liste.

 

51 Prozent glauben, den Vorrang sollte die Antikorruptionsreform haben, 37 Prozent der Befragten halten eine Erneuerung der Staatsmacht für notwendig, 28 Prozent treten für eine Reform des Gesundheitswesens und 24 Prozent für eine Justizreform ein.

 

Die Zahl der Bürger, die davon überzeugt sind, dass die Ereignisse sich in die falsche Richtung entwickeln, steigt weiter. Im November 2015 vertraten etwa 70 Prozent der Bevölkerung eine solche Auffassung, im Februar 2016 waren es schon 76 Prozent. Außerdem meint die Mehrheit der Befragten, dass sich die Wirtschaftslage im vergangenen Jahr verschlechtert hat, für 54 Prozent der Befragten ist es eine ernsthafte Verschlechterung, 34 Prozent meinen, dass die Verschlechterung nur gering war. Dabei rechnen mehr als 50 Prozent mit keiner Verbesserung in diesem Bereich auch im nächsten Jahr.

 

Die Umfrage wurde in der Ukraine landesweit, mit Ausnahme des von Kiew nicht kontrollierten Teils des Donbass, vom 18. Februar bis zum 4. März 2016 vorgenommen. Als Methode der Befragung war das persönliche Interview der Respondenten in deren Wohnung gewählt. Insgesamt wurden 2.400 wahlberechtigte Einwohner der Ukraine im Alter über 18 Jahre befragt. Die Stichprobe ist nach dem Geschlecht, dem Alter, der Region und der Größe der Ortschaft repräsentativ. Die Fehlergrenze liegt unter +/- 2 %.

 

Die ukrainischen Behörden hatten im April 2014 eine Militäraktion gegen die selbsternannten Volksrepubliken Donezk und Lugansk, die nach dem Staatsstreich im Februar 2014 ihre Unabhängigkeit verkündeten, gestartet. Laut Angaben der Uno sind bei dem Konflikt bisher mehr als 9.000 Menschen uns Leben gekommen. Die Frage der Beilegung des Konfliktes im Donbass wird bei den Treffen der Kontaktgruppe in Minsk besprochen, die seit dem September  2014 drei Dokumente vereinbart hat, in denen Maßnahmen zur Beilegung  des Konflikts einschließlich des Waffenstillstandes  festgelegt sind. Allerdings werden auch nach dem Abkommen über die Waffenruhe Schusswechsel zwischen den Konfliktseiten registriert.

Quelle: Sputniknews

 

 

 

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