Bei seinen Sorgen um die in Russland inhaftierte ukrainische Kampfpilotin Nadeschda Sawtschenko will sich der Westen nicht daran erinnern, dass die ukrainischen Behörden bislang keine Ermittlungen zum Mord an russischen Reportern in der Ukraine aufgenommen haben. Darauf wies Russlands Außenminister Sergej Lawrow am Dienstag in Moskau hin.

 

„Alle unseren westlichen Partner – in Übersee und in Europa – sprechen nur von Sawtschenko, wenn das Thema Einhaltung der Menschenrechte in Russland behandelt wird. Aber daran, dass in der Ukraine russische Journalisten getötet wurden, will sich niemand erinnern“, sagte der russische Chefdiplomat.

 

Er sprach auch vom Mord am oppositionellen ukrainischen Schriftsteller Oles Busina und am Anwalt eines in der Ukraine inhaftierten Bürgers Russlands. Auch zu diesen Fällen liefen ebenfalls keine Ermittlungen, kritisierte Lawrow.

 

Die Soldatin Sawtschenko war in Russland zu 22 Jahren Haft verurteilt worden. Ein russisches Gericht befand sie für schuldig, im Juni 2014 im Gebiet Lugansk das Artilleriefeuer auf eine Gruppe von Zivilisten gelenkt zu haben. Dabei wurden zwei russische Reporter – Igor Korneljuk und Anton Woloschin — getötet.