Die Maßnahmen der europäischen Politiker und der EU-Führung im Bereich der Migrationspolitik sind verantwortungslos und führen zu einem Bruch der kulturellen und historischen Struktur in Europa, wie der russische Ministerpräsident Dmitri Medwedew am Dienstag sagte.

 

„Wirklich schade um Europa. Und das sage ich ohne jegliche Ironie. Ich war auf der Münchner Sicherheitskonferenz – sämtliche europäischen Politiker, mit denen ich gesprochen habe, senkten ihre Blicke und sagten: ,Ja, wir sind gescheitert‘. Das ist tatsächlich ein unverantwortliches Verhalten der europäischen Politik und der Führung der Europäischen Union gewesen“, teilte Medwedew während der Jahrestagung der Regierung mit.

 

Dabei sei dies nicht nur gegenüber den EU-Bürgern – immerhin seien es ja keine russischen Staatsangehörige  – sondern auch gegenüber Europa im Ganzen verantwortungslos gewesen, wobei Russland ja auch ein europäisches Land sei, betonte er.

 

„Allein im vergangenen Jahr sind rund 1,8 Millionen Menschen in die Europäische Union eingereist, 1,2 Millionen davon illegal. Dies ist eine enorme Belastung. Die Menschen flüchteten vor dem Schrecken des Krieges und fuhren den Subventionen, die ihnen in Europa verordnet wurden, hinterher. Das Ergebnis ist ein Bruch der kulturellen und historischen Struktur in Europa. Und das ist ein sehr gefährliches Phänomen“, sagte der Premierminister.

 

Die russischen Behörden sollten Russland vor solchen Problemen, mit denen Europa nun konfrontiert werde, schützen, ohne jedoch die Menschenrechte zu verletzen.

 

„Die Gefahr einer unkontrollierten Migration ist uns durchaus bewusst. Sie war uns auch früher bewusst, deshalb waren die Einwanderungsregeln offen gesagt nicht gerade die liberalsten. Und jetzt, nach alledem, was sich in Europa ereignet hat, müssen wir das Migrationsrecht noch strenger auslegen“, so Medwedew.

 

Russland brauche Arbeitskraft, was jedoch nicht zu bedeuten habe, dass jedermann willkommen geheißen werde.

 

Laut Frontex waren 2015 1,8 Millionen Flüchtlinge in der Europäischen Union eingetroffen. Ein Großteil von ihnen gelangte über die Türkei nach Griechenland und von dort aus weiter in andere EU-Länder. Die Europäische Kommission spricht von der größten Migrationskrise seit dem Zweiten Weltkrieg.

 

Quelle: Sputniknews