Türkische Grenzsoldaten schießen erneut auf syrische Flüchtlinge, vor allem Kinder und Frauen, die sich vor Kriegshandlungen in ihrem Land über die Grenze zur Türkei retten wollen, wie die britische Zeitung The Times am Mittwoch berichtet.

 

Nach Informationen der Times wurden zuletzt allein acht Flüchtlinge erschossen, die versuchten, über den auch bei Schmugglern beliebten Gebirgsweg im westlichen Abschnitt der syrisch-türkischen Grenze in die Türkei zu gelangen. Türkische Grenzsoldaten eröffneten das Feuer, wie The Times schreibt, auch auf schutzlose Frauen und kleine Kinder.

 

Die Zeitung verfüge über Handy-Foto- und Videoaufnahmen. Auf einem Bild sei ein syrischer Mann mit seinem kleinen Sohn auf den Schultern zu sehen. Dem Kleinen sei zuvor in die Beine geschossen worden.

 

„Sie erschießen wehrlose Menschen. Da war ein kleines Mädchen mit Schussverletzungen. Wir konnten nichts mehr für sie tun, als wir getan haben, bis die Nacht kam. Ein alter Mann und eine Frau sind verschwunden. Sie wurden wahrscheinlich auch erschossen“, zitiert The Times einen Juristen aus Aleppo, dem es gelang, die Grenze sicher zu überqueren.

 

Ende März hatten verschiedene Medien berichtet, dass türkische Grenzsoldaten an der Grenze zur Türkei auf syrische Flüchtlinge geschossen hätten. Nach den Angaben der Zeitungen waren damals bereits mindestens 16 Migranten erschossen worden.