Auf der offiziellen Webseite des ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko ist am 18. April eine Online-Petition mit der Bitte um die Zerstörung der Energiebrücke zwischen dem russischen Festland und der Halbinsel Krim erschienen.

 

Die Petition fordert, spezielle Resonatoren auf den Schiffen zu installieren, die regelmäßig die Straße von Kertsch passieren. Die Frequenz dieser Resonatoren müsse mit der Frequenz des Seekabels zusammenfallen, welches elektrische Energie vom russischen Festland auf die Halbinsel Krim befördert. Eine solche Maßnahme würde die Ummantelung des Kabels zerstören und dessen Versagen verursachen.

 

Am 19. April teilte die Zentralstelle für Steuerung des einheitlichen russischen Energiesystems mit, mit der Anschaltung der neuen elektrischen Leitungen auf der Krim seien die Einschränkungen bei der Energieversorgung der Verbraucher beseitigt.

 

Am 14. April wurde die dritte Strecke der Energiebrücke auf die Krim in Betrieb genommen. Früher an demselben Tag  hatte der russische Präsident Wladimir Putin bei der TV-Fragestunde angekündigt, im Laufe von „höchstens zwei — drei Wochen» werde auch die vierte Strecke in Betrieb genommen.

In der Nacht auf den 22. November gab es Stromausfälle auf der Krim, nachdem die Strommasten der Leitungen gesprengt worden waren, durch die die elektrische Energie vom ukrainischen Territorium geliefert wurde.

 

Die Krim war im März 2014 — nach gut zwei Jahrzehnten in der unabhängigen Ukraine — wieder Russland beigetreten, nachdem die Bevölkerung der Halbinsel in einem Referendum mehrheitlich dafür gestimmt hatte. Anlass für das Referendum war der Februar-Umsturz in Kiew, bei dem die Opposition den Präsidenten Viktor Janukowitsch entmachtet und eine von Nationalisten geprägte Regierung aufgestellt hatte. Kiev lehnte es strickt ab, das Ergebnis der Abstimmung anzuerkennen. Die ukrainische Regierung  betrachtet die Krim noch immer als ihr Gebiet und verspricht, die Halbinsel zurückzuholen. Moskau unterstreicht, dass die Prozedere des Krim-Beitritts dem Völkerrecht völlig entsprochen habe.

 

Die Online-Petitionen werden vom Präsidenten der Ukraine behandelt, wenn sie 25.000 Unterschriften in 92 Tagen erbringen. Wenn auch die Marke von 25.000 Stimmen erzielt wird, bedeutet das aber nicht unbedingt, dass die Petition genehmigt wird, da die Initiativen auf die Übereinstimmung mit den Gesetzen und die Zweckmäßigkeit ihrer Umsetzung überprüft werden.