In der AfD wird die Grundsatzkritik am westlichen Militärbündnis immer lauter. Manche verlangen es ganz offen: Deutschland soll das westliche Verteidigungsbündnis verlassen.

 

«Wir fordern den Austritt aus der Nato», heißt es in einem von mindestens 50 AfD-Mitgliedern unterstützten Antrag für den Parteitag Ende April.

 

Andere wollen wenigstens den «Abzug aller ausländischen Truppen aus Deutschland».
 
Höcke, Protagonist des rechten AfD-Flügels, zieht den Austritt aus dem Bündnis in Betracht:

 

«Wenn sich die Nato-Strategie nicht umgehend und grundsätzlich ändert, wovon in der jetzigen bündnisinternen Machtkonstellation nicht ausgegangen werden kann, muss Deutschland, um den Frieden in Europa zu sichern, auch zu einem unkonventionellen Schritt bereit sein. Und dies hieße in letzter Konsequenz, bei festgestellter Reformunfähigkeit, den Austritt aus einem ehemaligen Verteidigungsbündnis.»

 
Am nächsten Wochenende hat die AfD in Stuttgart ihren Bundesparteitag, in dem sich ein Parteiprogramm geben will. Für immer mehr Mitglieder der AfD ist eine Mitgliedschaft in der NATO nicht mehr alternativlos. Denn diese wird nach deren Meinung immer weniger das, was sie vorgibt zu sein, ein „partnerschaftliches Verteidigungsbündnis“. Auch die Konfrontation mit Russland, insbesondere die „Sanktionen“ wegen der angeblichen Annexion der Krim, ist vielen Mitgliedern ein Dorn im Auge.
 
Wie das Parteiprogramm beschlossen wird, bleibt spannend. Dass jetzt erstmal von einer wichtigen Partei auch ein NATO-Austritt in Erwägung gezogen wird, hat rege Diskussionen in den Medien und anderen Parteien hervor gerufen.