Sollte die Integration der Ukraine in die EU negative Folgen für Russland mit sich bringen, wird Moskau entsprechende Maßnahmen zu ergreifen wissen, wie Kreml-Sprecher Dmitri Peskow äußerte.

 

„Das ist ein Thema, das wohl eher die Europäische Union und die Ukraine betrifft. Im wirtschaftlichen Teil – inwieweit das die russisch-ukrainischen Beziehungen und die Wirtschaftsbeziehungen Russlands berührt – werden wir natürlich mögliche Negativfolgen sehr aufmerksam beobachten“, so Peskow gegenüber Journalisten.

 

„Zweifellos ist Russland daran interessiert, dass seine Nachbarn kalkulierbar, wirtschaftlich selbständig, stabil und prosperierend sind. Sollte dieses Abkommen der Ukraine helfen, wenigstens nach einigen Parametern diese Ziele zu erreichen, so wird uns das nur freuen“, erläuterte der Kreml-Sprecher.

Am Donnerstag wurde das Inkrafttreten des Assoziierungsabkommens der EU mit der Ukraine bekannt. Der EU-Erweiterungskommissar Johannes Hahn erinnerte daran, dass die Parlamente aller EU-Mitgliedsländer das Dokument ratifiziert hätten. Nun werde der Europäische Rat als nächsten Schritt seine Vorschläge zur Umsetzung des Abkommens unterbreiten.

 

Die Bürger der Niederlande hätten das Abkommen fast zum Scheitern gebracht. In einem Referendum sprachen sich Anfang April 61 Prozent der Abstimmenden gegen die Assoziierung aus. Dieses Ergebnis war für das Parlament jedoch nur von empfehlendem Charakter. Die Regierung lehnte den Vorschlag der Sozialisten ab, die Ratifizierung des Dokuments aufzuheben.