Rund 2.000 Dschihad-Kämpfer in Europa könnten bei Europol nicht erfasst sein, wie der EU-Antiterrorbeauftragte Gilles de Kerchove laut n-24 warnte. Ein Dokument Kerchoves dazu soll am Donnerstag in Luxemburg den EU-Innenministern vorgelegt worden sein.

 

Die Behörden haben dem Dokument zufolge völlig den Überblick über die jungen Europäer verloren, die sich in Terrorcamps in Syrien oder im Irak zu Dschihad-Kämpfern ausbilden lassen und möglicherweise nach Europa zurückkehren.

 

Kerchove hat in dieser Hinsicht vor «bedeutenden Lücken» bei der Erfassung von Dschihad-Kämpfern gewarnt. Bei Europol seien lediglich 2956 EU-Bürger registriert, die als potentielle Kämpfer nach Syrien oder in den Irak gereist seien. Nach verlässlichen Schätzungen dürften es aber bis zu 5000 sein, meint der EU-Antiterrorbeauftragte.

 

In Anschluss darauf hatte der EU-Innenkommissar Dimitris Avramopoulos bei dem jüngsten Treffen der Innenminister einen stärkeren Datenaustausch zwischen den nationalen Sicherheitsbehörden in Europa gefordert.

 

„Unsere Datenbanken müssen komplementär, zugänglich und mit einem Klick verbunden sein», sagte Avramopoulos. Auf EU-Ebene können unterschiedliche Datenbanken bislang nicht miteinander vernetzt werden, weil sie mit unterschiedlichen technischen Systemen arbeiten.