Russland und die Ukraine haben sich auf den Austausch der in Russland inhaftierten ukrainischen Pilotin Nadeschda Sawtschenko gegen zwei in der Ukraine verurteilte Bürger Russlands geeinigt. Das meldet die Agentur RBK am Freitag unter Berufung auf anonyme Quellen im russischen Föderationsrat.

 

Allerdings ist der Austausch erst nach dem Inkrafttreten des von einem ukrainischen Gericht am 18. April gefällten Urteils gegen Alexander Alexandrow und Jewgeni Jerofejew möglich. Laut ukrainischem Gesetz wird das Urteil 30 Tage nach seiner Verkündung rechtskräftig. Aber in diesem Fall wurde die Frist um eine Woche verlängert, weil die Unterlagen noch ins Russische übersetzt werden sollen, hieß es bei RBK.

 

Die Anwälte der beiden Russen hatten zuvor mitgeteilt, dass sie das Urteil nicht anfechten werden. Sawtschenkos Anwalt Nikolai Polosow hob hervor, dass der Austausch wie bei Kriegsgefangenen kaum möglich sein wird, weil beide Länder ihre Bürger nicht als solche anerkennen. Jerofejews Anwältin Oxana Sokolowskaja schließt nicht aus, dass die Verurteilten begnadigt werden.

 

Alexandrow und Jerofejew waren am 16. Mai während eines Gefechts in der Umgebung der Stadt Schtschastje (Gebiet Lugansk) vom ukrainischen Militär festgenommen worden. Das Verteidigungsministerium in Moskau bestätigte, dass die beiden Bürger Russlands sind, die ihren Armeedienst jedoch schon längst quittiert hätten.

 

Am vergangenen Montag waren Jerofejew und Alexandrow von einem ukrainischen Gericht zu jeweils 14 Jahren Haft verurteilt worden. Den beiden wurde zur Last gelegt, an einer „aggressiven Kriegführung“ sowie der „Verübung von Terrorakten“ in der Unruheregion Donbass beteiligt gewesen zu sein.

 

Die Soldatin Sawtschenko war zuvor in Russland zu 22 Jahren Haft verurteilt worden. Ein russisches Gericht befand sie für schuldig, im Juni 2014 im Gebiet Lugansk das Artilleriefeuer auf eine Gruppe von Zivilisten gelenkt zu haben. Dabei wurden zwei russische Reporter – Igor Korneljuk und Anton Woloschin — getötet.