Das türkische Außenministerium hat den Botschafter der Niederlande, Cornelis van Rij, vorgeladen, um die in niederländischen Medien veröffentlichten Karikaturen auf den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan zu rügen, wie die Zeitung Hurriyet Daily News mitteilt.

 

Der Botschafter habe daraufhin die Behörde gebeten, zunächst die Situation mit den E-Mails zu erläutern, die das türkische Konsulat in Rotterdam an die in der Stadt tätigen türkischen Organisationen und Vereine verschickt hatte: In den E-Mails habe das Konsulat nach Informationen von Focus Online dazu aufgerufen, „all jene Personen, die sich über Erdogan oder auch nur die Türkei allgemein abfällig oder beleidigend geäußert haben“ an eine offizielle E-Mail-Adresse zu melden.

 

Der Komiker und Moderator Böhmermann hatte in seiner Show «Neo Magazin Royale» beim ZDF ein Schmähgedicht auf den türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdogan verlesen. Darum hatte die Türkei die Aufnahme eines Ermittlungsverfahrens wegen Beleidigung eines ausländischen Staatsoberhaupts nach Paragraf 103 des deutschen Strafgesetzbuches verlangt. Dem hat die Bundesregierung unter Kanzlerin Angela Merkel am Freitag stattgegeben.

 

Merkel betonte allerdings, das letzte Wort würde die Justiz haben.