Der türkische Aufklärungsdienst stellt eine ungehinderte Überschreitung der türkisch-syrischen Grenze durch Dschihadisten sicher, die aus anderen Ländern in die Türkei gelangt sind. Das geht aus einem Bericht der türkischen Gesellschaftsorganisation „Union ‚Recht auf das Leben gegen Krieg‘“ hervor.

 

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Foto: Sputnik/ Iliya Pitalev

 

Der Bericht befasst sich mit den Auswirkungen des Syrien-Krieges und der türkischen Syrien-Politik auf die Situation in der türkischen Provinz Hatay und beruft sich dabei auf inoffizielle Informationen aus dem türkischen Innenministerium.

 

Die ausländischen Terroristen, darunter Mitglieder von Daesh, würden faktisch juristische Immunität in der Türkei genießen, heißt es. „…Dschihadisten, die die Grenze überquert haben, gelangen als ausländische Terroristen ins Land, dabei wird ihre Festnahme nicht dokumentiert und nicht zu Protokoll genommen. Das Hauptziel der türkischen Sicherheitskräfte ist es, von den Terroristen so schnell wie möglich loskommen“, so der Bericht.

 

Sollte die Rückführung „ausländischer Terroristen“ in ihr Herkunftsland riskant sein, werden sie in andere Länder hinausbegleitet. So werden Terroristen aus Russland, etwa aus Tschetschenien, am häufigsten in die Ukraine und weitere nach Malaysia und Jordanien geschickt. Die Dschihadisten aus dem östlichen Turkestan (zentralasiatische Region) bekommen türkische Pässe und werden in die Provinz Kayseri geschickt. „Die Deportation der Extremisten über die Grenze wird von der Nationalen Aufklärungsbehörde der Türkei koordiniert“, heißt es.

 

Wie der Hauptverfasser des Berichts, Ali Ergin Demirhan, in einem Interview für Sputnik sagte, werden die Aktivitäten der ausländischen Extremisten von der Nationalen Aufklärugnsbehörde koordiniert.

 

„Laut den uns vorliegenden Informationen sind in der Aufklärungsbehörde Mitarbeiter tätig, die Aufträge zum Verbringen von Dschihadisten und illegalen Flüchtlingen über die Grenze erfüllen“, so Demirhan.

 

Die Türkei verweigert seit Februar die Aufnahme einiger syrischer Flüchtlingen unter dem Vorwand, sie hätten keine notwendigen Papiere bei sich, heißt es. Diese Flüchtlinge halten sich in den von den Dschihadisten kontrollierten Gebieten Syriens auf. „Die türkischen Behörden vermindern dadurch die Belastung zur Aufnahme und Unterbringung von Flüchtlingen auf ihrem Staatsgebiet und benutzen gleichzeitig die syrischen Zivilisten als einen lebenden Schutzschild für die Dschihadisten, deren Stellungen von der syrischen Armee und der russischen Luftwaffe angegriffen werden“, so der Bericht.

 

Laut den Verfassern stehen die angeblich zur Unterstützung der Flüchtlinge eingerichteten Camps wie Atme und Yamadi an der türkisch-syrischen Grenze unter Kontrolle von Jabhat an-Nusra, Ahrar al-Sham und  Daesh (IS) und dienen auch als Ausbildugnslager für Dschihadisten.