Die ukrainische Regierung hat beschlossen, ab dem 1. Mai die Gaspreise für die privaten Haushalte als Endverbraucher zu erhöhen. Anderenfalls setzt der Internationale Währungsfonds die nächste Kreditrate aus, wie die Kiewer Nachrichtenagentur „UNIAN“ berichtet.

 

Der neue Premierminister der Ukraine, Wladimir Groisman, habe erklärt, die Gaspreise würden ab Monatsbeginn dem Marktniveau von umgerechnet etwa 240 Euro pro Kubikmeter angepasst. Eigentlich hätte das Kabinett seines Vorgängers diese Entscheidung schon fällen müssen, schreibt die ukrainische Zeitung „Ukrainskaja Prawda“: „Diese unpopuläre Entscheidung hat Jazenjuk auf dem Höhepunkt der Regierungskrise seinem Nachfolger hinterlassen. Eine Art kleine Rache“, wird eine Quelle im ukrainischen Finanzministerium von dem Blatt zitiert.

 

Laut UNIAN ist die Preiserhöhung eine Voraussetzung für die nächste kredit-Auszahlung des IWF.  Die „Ukrainskaja Prawda“ betont, dass die gänzliche Anpassung an die Marktpreise mehr sei, als der IWF verlange: „Eine Erhöhung auf 75 Prozent vom Marktpreis hätte ausgereicht, um die nächste IWF-Rate zu erhalten“, so das Blatt.

 

Ein Regierungssprecher erklärte laut der Zeitung, die Entscheidung zu einer solchen hundertprozentigen Anpassung sei bewusst abgewogen worden: „Damit wir das Negative mit einem Mal hinter uns lassen können, anstatt es auf zwei Jahre zu strecken. Doch die Menschen haben sich nicht einmal an die momentan gültigen Preise gewöhnt, zumal der Winter recht warm war. Ich fürchte, wir kriegen es mit einer Krise der Zahlungsversäumnisse zu tun“, so der Sprecher.

 

Zudem hänge diese Entscheidung mit einem unerwartet hohen Rückgang der Gaspreise und der Absicht der Regierung, die Energieeffizienz zu erhöhen, zusammen.

 

Zuvor hatte Groisman erklärt, seine Kollegen würden keinerlei Verhandlungen über Ankäufe russischer Steinkohle oder russischen Gases führen.