Die Terrorkämpfer des Islamischen Staates (IS, auch Daesh) sind zum Fisch- und Autohandel übergegangen, nachdem die Luftschläge Russlands und der internationalen Koalition ihrem Ölschmuggel-Geschäft stark zugesetzt haben, wie Reuters unter Berufung auf irakische Justizbeamten am Freitag meldet.

 

„Der Finanzierungsmechanismus der Terroristen hat sich in den zwei Jahren seit der Ausrufung des Kalifats stark verändert.  Nachdem die Armee mehrere Ölfelder unter ihre Kontrolle gebracht hatte, hat der IS neue unkonventionelle Wege gefunden, um ihre Mitglieder zu bezahlen und Aktivitäten zu finanzieren“, heißt es in dem Bericht.

 

Laut Reuters bringt der Fischfang in Hunderten irakischen Seen sowie der Verkauf der Autos, die vor der Rückeroberung der IS-Gebiete durch die syrische Armee erworben worden waren, den Terroristen gegenwärtig noch Millionen Dollar monatlich ein. Zudem sollen sie fruchtbare Böden und sogar Geflügel mit zusätzlichen Steuer belegt haben.

 

Der Fischhandel sei für die Extremisten nichts Neues: Die Praxis hätten sie von Al-Qaida übernommen, die seit 2007 damit handle. Dabei besetzen die IS-Kämpfer alte verlassene Fischfarmen oder erpressen die örtlichen Fischhändler.

 

Seit längerem bereits wird immer wieder von der schwierigen Finanzlage des IS berichtet. Laut einem Bericht des US-Analyseinstituts IHS sind die Einnahmen der Terrormiliz Islamischer Staat um etwa ein Drittel gesunken: Im März habe der IS etwa 56 Millionen US-Dollar eingenommen, Mitte vergangen Jahres waren es noch rund 80 Millionen pro Monat. Für die IS-Anführer werde es immer schwieriger, vor allem ihre ausländischen Söldner zu bezahlen.

 

Deswegen sei der IS jetzt damit beschäftigt, neue Einkommensquellen zu erschließen. Beispielsweise hätten sie in manchen Fällen körperliche Züchtigung durch Geldstrafe ersetzt. So wurden Frauen, die in den Augen der Dschihadisten nicht angemessen gekleidet waren, bisher ausgepeitscht. Nun müssten sie stattdessen „nur“ Geldbuße zahlen.