Einem polnischen Journalist wurde die Einreise in die Ukraine für den Versuch, unbequeme Themen aufzudecken, untersagt. Der Sicherheitsdienst der Ukraine (SBU) hat dem polnischen Journalist Tomash Matsejtschuk die Einreise für fünf Jahre verboten. Seine Themen und geplante Berichte sind zu unbequemen für die Behörden, insbesondere wollte er über die Tragödie des 2. Mai in Odessa berichten.

 

Zur Erhalt des Verbots und die möglichen Gründe für diese Entscheidung sagte Tass Matseychuk in einem Interview:

 

«Meine Arbeit zeigt Probleme der Ukraine und der ukrainischen Gesellschaft auf. Ich zeige Dinge auf die unbequem für Behörden sind, die den lokalen Politiker und Journalisten nicht gefallen, welche mir russischen Propaganda vorwerfen», sagte er.

 

Matseytschuk gab an, diesmal nach Odessa fahren zu wollen, um eine Reportage über die Ereignisse am 2. Mai in Odessa zu filmen. «Ich möchte zeigen, was los war, alle Seiten des Konflikts beleuchten, ein objektives Material erstellen. Die ukrainischen Behörden wollten offenbar nicht, dass ich dort wäre», sagte der Journalist.

 

Außerdem hat Matseytschuk vor seiner Reise in die Ukraine eine Liste der Themen im sozialen Netzwerk Facebook auf seiner Seit veröffentlicht, die er zu beleuchten plante, zusätzlich zu Odessa. Unter ihnen: die Reformen in der Ukraine und das Fehlen derselben, die Beurteilung seitens Gesellschaft hinsichtlich des Präsidenten Poroschenko und seiner Partei, die Nazi-Bildung, einschließlich Misanthropic Division, die öffentliche Meinung über Kriegsverbrechen von der UPA, sowie Volyn-Massaker, die Massenauswanderung der Ukrainer, insbesondere nach Polen.

 

In der Nacht vom 28. auf 29. April, beim Versuch, die polnisch-ukrainischen Grenze in Dorohuskm zu überqueren, hat ein Grenzsoldat seine Dokumente kontrolliert und ein Verbot der Einreise in die Ukraine für 5 Jahre ausgesprochen und setzte einen entsprechenden Stempel in den Pass.

 

«So bin ich eine Bedrohung für die Sicherheit der Ukraine — summierte Matseytschuk. Aber ich habe nur eine Waffe, die Kamera, mit ihrer Hilfe zeige ich die Wahrheit, das mag wahrscheinlich die ukrainische Regierung nicht.»

 

«So ist die europäische Ukraine. Die freie Meinungsäußerung, freie Medien, freie Gesellschaft: Das haben Sie nicht und werden sie nie haben. Sie haben kein Geist, um frei zu sein», sagte der polnische Journalist.

 

 

Früher hat Matseytschuk bereits Drohungen von Vertretern der Ukraine erhalten, nachdem er die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf die Tätowierung mit einem Hakenkreuz und dem Emblem des Dritten Reiches auf dem Körper eines ukrainischen Soldaten lenkte, dessen Fotografie als Teil der Ausstellung im Europäischen Parlament vorgestellt wurde.

 

Außerdem hat er Anfang April in Amsterdam den Minister für Auswärtige Angelegenheiten der Ukraine Pavel Klimkin gefragt, was die ukrainischen Behörden mit der NS-Organisation Misanthropic Division tun werden, die Teil der «Asow» war. Es ist bemerkenswert, dass Matseytschuk die Ereignisse auf dem Platz der Unabhängigkeit im Jahr 2014, die Europäisierung der Ukraine und Reformen im Land unterstützt hat, er ist seit langem ein Freiwilliger in der Donbass gewesen.

 

Er setzte sich für den polnisch-ukrainischen Dialog und auch über das schmerzliche Thema für Polen das Volyn Massaker ein. Jetzt beabsichtigt Matseytschuk, der ukrainischen Botschaft in Polen anzurufen, um die Klärung zu fordern, auf welcher Grundlage ihm verboten wurde, das Land zu betreten.

 

Er sieht auch die Möglichkeit, die Entscheidung der SBU herauszufordern. «Ich werde alle Möglichkeiten versuchen, dieses Thema zu entwickeln, darüber zu sprechen, warum verbietet man Journalisten in die Ukraine zu kommen», schloss er.