Am zweiten Jahrestag der Tragödie in Odessa haben rund 50 Menschen an einer Gedenkaktion im Zentrum von Berlin teilgenommen.

 

Am Brandenburger Tor versammelten sich Vertreter der deutschen und ukrainischen Menschenrechtsorganisationen sowie Bürger aus Odessa und Journalisten. Sie haben eine umfangreiche Ermittlung des Massakers im Gewerkschaftshaus am Platz Kulikowo Pole gefordert und die Sperrung des Platzes am heutigen Morgen verurteilt. Der Zugang zum Platz war von den Sicherheitskräften angeblich nach der Meldung einer Bombengefahr gesperrt worden.

 

 

Am 2. Mai 2014 war es in der Schwarzmeerstadt Odessa zu Ausschreitungen zwischen Gegnern der damals neuen Kiewer Regierung und Schlägern der regierungsnahen Nationalisten-Miliz „Rechter Sektor“ gekommen.

 

Die Rechtsextremen steckten ein Zeltlager in Brand, in dem Unterschriften für ein Referendum über die Zukunft des Gebietes Odessa gesammelt wurden. Mehrere Anti-Maidan-Aktivisten suchten im benachbarten Gewerkschaftshaus Zuflucht. Die Polizei sah tatenlos zu, als regierungstreue Nationalisten die Ausgänge blockierten und das Gebäude mit Molotow-Cocktails bewarfen.

 

48 Menschen verbrannten bei lebendigem Leibe oder starben beim Sprung aus den Fenstern des Gebäudes. Mehr als 200 Personen wurden verletzt. Aktivisten, denen die Flucht aus den Flammen gelang, wurden vor dem Gebäude brutal niedergeschlagen. Der damalige Gouverneur der ukrainischen Schwarzmeerregion verteidigte das Vorgehen der Rechtsextremen sogar als rechtmäßig. Eine unabhängige Ermittlung zu dem Branddrama hat es bis heute nicht gegeben.