Ankara träumt immer wieder von der Wiedergeburt des Osmanischen Reiches, vergisst dabei aber immer wieder dessen Schicksal, wie Maria Sacharowa, Sprecherin des russischen Außenministeriums, in einem am Mittwoch in der Zeitung Iswestija veröffentlichten Interview sagte.

 

„Wir haben den Eindruck, dass sie (die türkische Regierung — Anm. d. R.) die Stärke des Osmanischen Reiches wiederherstellen will. Alle Komponenten ihrer jetzigen Politik zeugen davon. Wie das Osmanische Reich damals endete, wissen wir doch aber alle“, so Sacharowa.

 

Russland habe sich mit allen Mitteln bemüht, die Differenzen mit Ankara am Verhandlungstisch zu regeln. Nun stoße aber alles auf die jetzigen türkischen Behörden, die Moskau „sehr lange ertragen hat“.

 

„Ob es um die Krim, Syrien, Flüchtlinge, den Terrorismus oder die Nationalfrage geht, überall sehen wir eine absolut destruktive Rolle der türkischen Staatsführung“, betonte die Sprecherin.

 

Moskau erwarte in nächster Zeit keine Änderung der Position Ankaras, da die Türkei „die Situation nur weiter zuspitzt“. Zugleich ist Moskau laut Sacharowa aber konstruktiv eingestellt: „Wir sind nicht perfekt, aber bereit, daran zu arbeiten, was Besorgtheit bei der Völkergemeinschaft hervorruft. Wir erklären unsere Standpunkte und nutzen dafür alle gesetzlichen Mittel“, sagte die Sprecherin zum Schluss.