Schäuble rechnet damit, dass Europa zur Bewältigung der Flüchtlingskrise zusätzlich viel Geld in die Hand nehmen muss.

 

Er vermute, dass zur Stabilisierung der Herkunftsländer und der EU-Nachbarländer ein größerer Beitrag geleistet werden muss, sagte Schäuble. Europa müsse in einem ersten Schritt mehr Verantwortung in der Außen- und Sicherheitspolitik übernehmen.

 

«Wenn wir unsere Nachbarländer nicht stabilisieren, werden wir größere Probleme haben. Das ist ganz zwangsläufig.»

 

Außerdem hat Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble die Regierung in Ankara und ihre Flüchtlingspolitik gegen Kritik aus Europa in Schutz genommen. Die Türkei habe doppelt so vielen Flüchtlingen Zuflucht gewährt wie ganz Europa, sagte Schäuble in Berlin.

 

«Die Türkei behandelt Flüchtlinge aus Syrien nicht so schlecht», sagte der Minister.

 

Allerdings hat der Minister vergessen, als die türkischen Grenzsoldaten das Feuer gegen unbewaffnete Syrer eröffneten.

 

Den Deutschen empfahl Schäuble, etwas sensibler umzugehen mit ihren EU-Partnern in der Flüchtlingsfrage.

 

«Uns Deutschen tut es nicht so furchtbar gut, den anderen zu sagen, was sie tun sollen», sagte er.

 

Bei Frankreich beispielsweise müsse man sehen, dass das Land immer noch an der Erblast seiner früheren kolonialen Vergangenheit trage, insbesondere an der des Algerien-Krieges. Zudem hätten die Terroranschläge der jüngsten Vergangenheit in Frankreich tiefe Spuren hinterlassen.