Auf die Äußerungen des neuen Befehlshabers der Nato-Truppen in Europa, General Curtis Scaparrotti, hin, der Russland als größte Gefahr für die USA bezeichnet hatte, wird Moskau bestimmte Schritte zur Verstärkung seiner westlichen Grenzen unternehmen, wie der Vizechef des Duma-Verteidigungsausschusses, Franz Klinzewitsch, am Donnerstag sagte.

 

„Wir haben das (in seiner Rede – Anm. d. Red.) gehört und sehen uns in der Ansicht bestärkt, dass die Nato-Strategie auf dem europäischem Kontinent, die in Übersee aufgebaut wird,  sich in absehbarer Zukunft nicht ändern wird. Russland wird daher bestimmte Schritte zur Stärkung seiner westlichen Grenzen unternehmen“, so Klinzewitsch.

 

Zuvor hatte US-General Scaparrotti bei seiner Rede vor dem US-Senat Russland als eine der wichtigsten Herausforderungen für die Nato bezeichnet. Am Mittwoch hatte Scaparrotti den Posten des Nato-Befehlshabers in Europa von seinem Vorgänger US-General Phillip Breedlove übernommen.
 
Klinzewitsch wies zudem darauf hin, dass der gestrige Auftritt Scaparrottis jeglicher politischen Korrektheit entbehrte. Die Rede habe nicht „die geringste Andeutung einer Zusammenarbeit“ enthalten.

 

„Im Grunde genommen hat man uns gesagt: Die Zusammenarbeit mit Russland in Syrien ist eine Sache, die europäischen Angelegenheiten sind was ganz anderes“, so der Politiker.

 

Dass sich die Beziehungen zwischen der Nato und Russland in letzter Zeit deutlich verschlechtert haben, ist auch an jüngsten Ereignissen erkennbar: Am Dienstag hatte US-Verteidigungsminister Ashton Carter die Pläne der Nato bekannt gegeben, vier zusätzliche Bataillone in Osteuropa zu stationieren.

 

Die Aufstockung sei eine Antwort auf die stärkere Aktivität Russlands in der Region. Daraufhin erklärte der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu, Russland werde als Reaktion auf die Nato-Hochrüstung zwei Divisionen im westlichen und südlichen Militärbezirk aufstellen.