Neulich fand in den Niederlanden eine ziemlich ungewöhnliche Veranstaltung statt: Diplomaten, Politiker und offensichtlich russophobe Journalisten diskutierten über «die Zukunft der unabhängigen russischsprachigen Medien».

 

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Übrigens, eine Diskussion kann man es kaum nennen: Die Teilnehmer kamen letztlich zum Schluss, dass die Lösung des «Problems» einzig darin besteht, dass für antirussische Propaganda nur mehr Geld ausgegeben werden muss. Aber vielleicht effizienter, ergiebiger als bisher. Jedoch hat sich über die bisherig unzureichende und eine künftig bessere Qualität dieser Propaganda nachzudenken, dort keiner Mühe gemacht.

 

Am 29. April dieses Jahres versammelten sich an der Universität in Amsterdam mehrere Dutzend Menschen zu einer Diskussion über die wirklich «wichtige» Frage einer Unterstützung der «unabhängigen» russischsprachigen Medien. Natürlich, wen interessiert auch schon Nebensächliches, z.B. die großangelegte Migrations-Krise? Die größte Bedrohung kommt natürlich aus dem «totalitären» Russland, das die «Rechte und Freiheiten» von Journalisten und einfachen Bürgern unterdrückt.

 

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Zu dieser Wunder-Veranstaltung kamen jeweils mit Vorträgen: Die Direktorin der Moldauischen Ausgabe von «Ziarul de Gardă» Alina Radu, die Generaldirektorin des ukrainischen «Gromadske TV» Katja Gortchinskaja, die Leiterin des baltischen Zentrums für Weiterbildung in den Massenmedien «Baltic Centre for Media Excellence» Rita Ruduza, der Executive Director des europäischen Fonds für Demokratie (Tochter der NED, der Nationalen Stiftung für Demokratie) Irgi Pomjanowskij und der europäische Diplomat vom «European External Action Service», John Küst. Zusätzlich zu den angegebenen Personen traten der Dekan und Mitarbeiter der Universität Amsterdam, Leiter der non-Profit-Struktur «Free Press Unlimited» Leon Willems und der Außenminister der Niederlande Bert Koenders mit einer Rede vor etwa fünfzig Gäste auf.

 

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Nach dem Ende der fünfstündigen ziemlich langwierigen Diskussionen schrieben Medien nur über das Hauptergebnis, die Zuteilung von mehr als einer Million Euro an ein sogenanntes russischsprachiges «News-Center», wo sich «die Journalisten und Medien von Nachrichten und Artikeln austauschen können». Das angestrebte Ziel, muss ich zugeben, ist formal gesehen ein Gutes. Für die Zeitungen und Zeitschriften verschiedener Länder und Städte wäre es sehr nützlich zu interagieren um an exklusive Nachrichten und Geschichten heranzukommen. Doch wie wir bereits wissen, schaffen die europäischen Staaten trotz solch vorgeblich «guter» Absichten unter der Leitung des transatlantischen Freundes, des Großen Bruders, oft etwas qualitativ völlig Anderes, nämlich in diesem konkreten Fall ein Propaganda-Produkt, das Moskau schaden solle.

 

 

Die Organisatoren der Veranstaltung schrieben aber in der Ankündigung, dass die Diskussion «bemüht ist, die Bedeutung der Pressefreiheit zu betonen und deshalb die Pressefreiheit in der russischsprachigen Region in den Vordergrund stellt». Die Europäer seien «tief besorgt über die russischsprachige Region», denn alle Länder müssen ihrer Meinung nach genau so «frei» wie die Niederlande oder die USA sein, wo die «Pressefreiheit der Grundstein für die demokratischen Gesellschaft ist».

 

«…In der aktuellen Situation verlieren die russischsprachigen Zuschauer den Medien-Pluralismus und die freie Äußerung bestimmter Meinungen. Nachrichtenagenturen in Osteuropa und dem Südkaukasus bekundeten ihr Bedürfnis nach mehr unabhängigen Nachrichten und Sendungen in russischer Sprache, um ihren Zuschauern über die Ereignisse in der Region in entsprechenden Weise zu erzählen».

 

Eigentlich liegt das ganze Wesen und die Wahrheit in diesen letzten Worten, «in entsprechenden Weise». Nur «entsprechend» für wen? Die Weisungen betreffend:

 

  • wie senden und berichten,
  • was betonen,
  • an welche Zielgruppen richten,
  • welche Themen nehmen,

 

entscheiden gar nicht diese «unabhängige» Medien, sondern ein bestimmter Kurator oder Sponsor. Wie es das Sprichwort besagt, «Wer die Frau ins Restaurant führt, der sie auch «tanzt».

 

Schauen wir uns nur interessehalber die Organisatoren dieser Konferenz an. Wir finden dort:

 

Die gemeinnützige Organisation «Free Press Unlimited», welche der «unabhängigen» Presse in den «undemokratischen» Ländern hilft, das Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten der Niederlanden und der eigentliche Gastgeber,die Universität von Amsterdam.

 

Die Universität von Amsterdam verteidigt die Positionen des niederländischen Ministeriums für Bildung, das die Tätigkeit dieser Universität und anderen Förderern beaufsichtigt, unter denen eine «offene Gesellschaft» von Soros und Rockefeller-Stiftung sind. Da das Außenministerium und die Universität sind staatliche Strukturen, es lohnt sich, uns über die non-Profit-Organisation «Free Press Unlimited» (FPU) ein wenig besser zu informieren.

 

Diese NGO beschäftigt sich mit der Unterstützung der unabhängigen Presse in den Ländern, die die pro-amerikanische Non-Profit-Organisationen als «unfrei» bezeichnen. Die FPU stützt sich bei ihrer Arbeit auf das Motto «die Menschen müssen wissen» (People deserve to know). Wie auf der Website der Organisation veröffentlicht wird, «die richtige Information ist ein grundsätzliches menschliches Bedürfnis», deswegen deklarieren sie als Ziel die objektive Erstellung von verschiedenen Arten von Informationen.

 

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Interessant ist, alle Informationen, die aus Russland oder aus einem der anderen Staaten der ehemaligen UdSSR an die «Experten» der NGO kommen, fallen jedoch sofort in die Kategorie «Kreml-Propaganda». Deshalb schenkt die FPU Osteuropa ihre besondere Aufmerksamkeit.

 

Derzeit betreibt diese Organisation auf dem Territorium der Russischen Föderation zwei Projekte: «Freies und offenes Internet für alle» und das schon genannte russische «News-Center» zur Unterstützung der unabhängigen Medien.

 

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Das «Internet-Projekt» ist nichts anderes als ein elegantes Fluchtvehikel vor «Verfolgung» seitens der die globales Netz kontrollierenden russischen Aufsichts-Behörden und vor verschiedenen Cyber-Angriffen. Dieses Projekt hilft all jenen, die «Angst um ihr Leben» haben, ihre Anonymität im Netz zu gewährleisten.

 

Die «Free Press Unlimited» ist zum Beispiel stolz darauf, den Vertreter der «LGBT-Community» und «Oppositionellen Journalisten» zu helfen. Sicher ist jedoch, dass sie indirekt zudem auch allerlei Verbrechern helfen, die versuchen, die Flucht vor der Kontrolle der russischen Aufsichts-Behörden zu ergreifen.

 

Das zweite Projekt («Russisches Nachrichten-Center»), das unter dem Stichwort «Austausch» läuft, wurde schon vor ein paar Jahren konzipiert, jedoch erst im Jahr 2016 umgesetzt. Wie die Kuratorin dieses Projekts, Maria Sadowskaja-Kolmatch erklärt, kam die Idee von Vertretern der «unabhängigen» Presse:

 

«Die Mitarbeiter der unabhängigen Medien aus verschiedenen postsowjetischen Ländern trafen sich in regelmäßigen Abständen auf irgendwelchen internationalen Veranstaltungen und haben darüber nachgedacht, wie man irgendwelchen Austausch organisieren kann, weil jeder in seinem Land eine bestimmte News-Agenda hat gibt es interessanten investigativen Journalismus… Dabei sind dann, wenn wir uns die Informationsfelder in den einzelnen Ländern unserer Region anschauen die Nachrichten die Nachbarn betreffen, meistens entweder schwach oder berufen sich auf irgendwelche offizielle russische Nachrichtenagenturen und andere Quellen dieser Art».

 

Auf den ersten Blick ist alles noch harmlos. Das amerikanische Sprachrohr «Radio Liberty» spricht der Frau Maria Sadowskaja-Kolmatch nach, dass alles einfach und schön ist:

 

«Der Kern der Idee ist einfach: Eine Plattform zu schaffen, auf der die Inhalte von verschiedenen Arten und Genres untereinander getauscht werden. Dort können sich unabhängige Journalisten, Radiostationen, TV-Sender und Internet-Portale, (ganz oder teilweise) in russischer Sprache austauschen, aus Russland selbst oder aus den angrenzenden Ländern, wo es ein bedeutendes russischsprachiges Publikum gibt. Unter solchen Bedingungen, wenn es in den meisten dieser Staaten für die unabhängigen Journalisten aus politischen Gründen immer schwieriger wird zu arbeiten, geht es darum, zusätzlichen Raum und Ausgang in ein breiteres Informations-Feld zu schaffen. Im Idealfall ein Netzwerk für den Informationsaustausch, das eine Vielzahl von unabhängigen Medien des postsowjetischen Region umfassen wird …»

Woher kommt das Geld?

 

Sobald es darum geht, die spezifischen Arbeitsmethoden und das Who is Who der Sponsoren zu erklären, bevorzugt es der Kurator des «Austauschs» zu schweigen. Im Allgemeinen sollte man sich zunächst auf die Person Maria Sadowskaja-Kolmatch konzentrieren, sie hat zudem eine tolle Seite im sozialen Netzwerk «LinkedIn»:

 

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Die Frau hat es geschafft, in der Holding «Radio Liberty», die sich auf das weissrussische Publikum orientiert, zu arbeiten. Auch im europäischen Fond zur Unterstützung der Demokratie (einem, der dem amerikanischen NED ähnlich ist). Auch in der IREX, der staatlichen US-Organisation, die sich mit Erziehung von westlich-orientierten Jugendlichen in den Ländern der Welt durch Ausbildung und kulturelle Austauschprogramme durchschlägt. Im Allgemeinen hat die Frau reichliche Erfahrung in de offenen propagandistischen Arbeit zum Wohle des US-Außenministeriums und des europäischen Parlaments.

 

Wie nach den Plänen von «Free Press Unlimited» für das Jahr 2016 vorgesehen ist, wird sich das neue Projekt eines russischsprachigen News-Zentrums auf 7 Staaten erstrecken und aus mehreren Taschen großzügiger Menschen finanziert werden. Natürlich wird keiner ihre Namen nennen, noch nicht.

 

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Jedoch kann man davon ausgehen, dass die Spender, wenn auch nicht genau die gleichen Initiatoren, wie die beim FPU-Projekt, dann aber sicher auch nicht schlechtere sind. Und die niederländische FPU hat eine wirklich umfangreiche Liste mit generösen Anbietern von Euro und US-Dollar.

 

 

Quelle, Bilderquelle: www.newinform.com

Übersetzung: fit4Russland