Russlands Außenministerium hat die Aktivitäten der türkischen Marine an der Grenze zu Griechenland als gefährlich kritisiert. Die Türkei benimmt sich laut Außenamtssprecherin Maria Sacharowa, als ob es ihr erlaubt ist, Europa ihre Bedingungen zu stellen und es mit der Migrationskrise zu erpressen.
 
Am 29. April hat ein Schiff der türkischen Küstenwache in der Nähe der griechischen Insel Chios aggressiv gegen ein Schiff der griechischen Marine sowie gegen ein griechisches Fischerschiff gehandelt und somit gegen das internationale Recht verstoßen, wie Sacharowa unter Berufung auf den Geschäftsträger a.i. Griechenlands in Russland mitteilte.
 
„Es ist auch zu provokativen Aktionen seitens der türkischen Luftwaffe gekommen, die gefährliche Manöver über griechischen Inselterritorien abgehalten hat“, sagte sie. Solch ein Benehmen, das von einer kompletten Missachtung der internationalen Rechtsnormen zeuge, sei bereits Routine geworden.
 
„Leider wird das von den türkischen Nato-Partnern als etwas Selbstverständliches wahrgenommen“, kritisierte Sacharowa. „Es ist eindeutig, dass die Türkei, um ihre Ansprüche gegenüber Griechenland in der Ägäis durchzusetzen, den Weg von Provokationen bevorzugt“.
 
Dieses provokative Benehmen der Türken falle zeitlich mit den jüngsten Flüchtlingsabkommen mit der EU zusammen. „Es entsteht der Eindruck, dass Ankara nun eine generelle Möglichkeit spürt, Europa seine Bedingungen zu diktieren und es einfach zu erpressen“.
 
„Diese eigenartige und sehr gefährliche Politik der Türkei führt zu Spannungen in der ohnehin instabilen Region des Nahen Ostens“, sagte Sacharowa.