Der vom japanischen Premier Shinzo Abe konzipierte Plan zur wirtschaftlichen Kooperation mit Russland soll parallel zu Verhandlungen über den Abschluss eines Friedensvertrages und nabhängig davon vorangetrieben werden, meldet Kyodo unter Berufung auf ein Mitglied der japanischen Delegation, die Abe bei seinem Sotschi-Besuch begleitet hat.

 

In der russischen Schwarzmeerstadt hatten am Freitag Verhandlungen zwischen dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und dem japanischen Premier stattgefunden. Wie Außenminister Sergej Lawrow mitteilte, haben die Gesprächspartner Probleme des Friedensvertrages erörtert und sich über die auf der Ebene der Außenministerien laufenden Verhandlungen anerkennend geäußert. Die nächste Runde dieser Konsultationen ist im Juni angesetzt.

 

Der Plan des japanischen Regierungschefs sieht eine Zusammenarbeit bei der Entwicklung der Industrie im russischen Fernen Osten, beim Ausbau der Energiebranche, bei der Schaffung von modernen Krankenhäusern unter Anwendung japanischer Technologien und bei der Diversifizierung der russischen Industrie vor.

 

In Japan wird bisher die Meinung vertreten, dass eine wirtschaftliche Zusammenarbeit mit Russland durch das ungelöste Problem des Friedensvertrages gehemmt werde. Gemeint ist vor allem das Problem der „Nordterritorien“ – der Kurilen-Inseln Kunaschir, Schikotan, Iturup und Habomai.

 

Die Position Moskaus läuft darauf hinaus, dass die Südkurilen nach dem Zweiten Weltkrieg der damaligen Sowjetunion zugefallen sind, deren Rechtsnachfolge Russland angetreten hat. Daher ist die russische Souveränität über diese Territorien völkerrechtlich fundiert und nicht anzuzweifeln.