Rund 10.000 Euro für eine Fahrt von Griechenland nach Deutschland – das ist der Preis, den Flüchtlinge in diesen Wochen zahlen, um sich über die gesperrte Balkanroute schmuggeln zu lassen. Sie landen in Passau.

 

Die beiden Männer, denen die Familie folgte, haben kaum gesprochen, aber sie kannten den Weg. Vorbei an der mazedonischen Grenze, wo noch immer Tausende Flüchtlinge im Schlamm leben. Vorbei an den Hügeln des Balkans, nach Ungarn, wo eigentlich ein Zaun den Weg versperren soll. Dort teilten die Männer die Familie auf zwei Autos auf, die Mutter und die sieben Kinder, dann fuhren sie nach Nordwesten. Kurz hinter der deutschen Grenze setzten die Männer sie aus – und fuhren weg. So erzählt es Levyan, 19 Jahre alt, eine Tochter der syrischen Familie, die an diesem Apriltag in Passau in einer einstigen Industriehalle sitzt und auf ihre Registrierung wartet.

Etwa 50 Flüchtlinge landen hier täglich – obwohl die Balkanroute gesperrt ist. Wenn Geflüchtete ihre Angehörigen nicht auf legalem Weg nachholen dürfen, dann versuchen sie es oft selbst, mithilfe von Schleusern. Auch Levyans Vater sei schon in Deutschland, sagt sie, er habe die Flucht organisiert. Einen Monat und zehn Tage war die Familie unterwegs, immer den Schleusern nach. Die Politik mag über Gesetze entscheiden, über ihr Leben entscheiden die Menschen selbst. In unauffälligen Kombis, Kleinwagen und Transportern werden sie nach Passau gebracht. Fahrtkosten allein für die Reise von Griechenland an die bayerische Grenze: bis zu 10.000 Euro, pro Person, sagt die Bundespolizei. Eine Passauer Asyl-Anwältin berichtet von syrischen Flüchtlingen, die für die gesamte Flucht 20.000 Euro zahlten.

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