In zwei der größten Flüchtlingslager der Welt leben insgesamt rund 530.000 Menschen. Nun will die kenianische Regierung diese endgültig auflösen. Hofft man auf einen Deal mit der EU?
 
Nachdem radikale Islamisten im größten Flüchtlingslager der Welt, Dadaab, im Norden Kenias aus den muslimischen Flüchtlingen immer wieder Attentäter rekrutieren, hat die kenianische Regierung wieder damit gedroht, dieses von rund 330.000 Somalis bewohnte Lager zu schließen. Bislang reichte der Druck von internationalen Hilfsorganisationen und den Vereinten Nationen jedoch aus, um eine Schließung zu verhindern.

 

Inzwischen will die kenianische Regierung jedoch mit diesem Flüchtlingslager und einem weiteren, Kakuma, von Menschen aus dem benachbarten Somalia bevölkerten Lager abschließen. In beiden Einrichtungen zusammen leben rund 530.000 Personen, die aus dem von Warlords und islamistischen Milizen kontrollierten «failed state» Somalia geflohen sind.
 
Nun bat die kenianische Regierung die «internationale Gemeinschaft» um Hilfe, das «Leiden der Flüchtlinge zu lindern». Man müsse «gemeinsam die Verantwortung» für diese Menschen übernehmen. Offenbar spekuliert die Regierung in Nairobi damit, dass die EU auch in diesem Fall (wie mit der Türkei) einen Deal mit der Regierung abschließen könnte. Doch das wäre eher unwahrscheinlich, zumal sich nicht Millionen von Somalis auf den Weg nach Europa machen.

 

Von Marco Maier