In Syrien wird der Islamische Staat (IS) immer weiter zurückgedrängt und verliert an Boden. Doch so wie es aussieht, ist die neue Macht die Al Nusra Front, die syrische Untergruppe von A-Kaida. Bereits jetzt ist sie militärisch gesehen schon sehr schlagkräftig und schließt auch schon erfolgreiche Bündnisse. Der Plan der Al Nusra-Front dürfte die Herrschaft über zumindest einen Teil des syrischen Territoriums sein.

 

Speziell in der Region Homs und in Teilen von Nordwestsyrien bekommt Al Nusra regen Zuspruch und sehr viel Unterstützung. Dazu hat der Journalist Charles Lister in dem US-amerikanischen Politikmagazin „Foreign Policy“ folgendes geschrieben: „Ab Mitte des Jahres 2012 bis etwa Mitte 2014 hatte die Nusra-Front ihr militärisches Engagement und ihre Ablehnung von Korruption nach außen demonstriert. Gleichzeitig spielte sie ihre dschihadistische Ideologie herunter. Syrer hatten ihre Rolle auf dem Schlachtfeld deshalb akzeptiert und vielfach sogar begrüßt, obwohl sie im Privaten Bedenken bezüglich ihrer langfristigen Pläne äußerten.“

 

Offenbar handelt es sich bei der Strategie der Al Nusra-Front um einen langfristig organisierten Plan, die jetzt anscheinend offen zutage treten. Laut Lister zufolge beabsichtigt die Nusra-Front im Nordwesten Syriens jetzt ein eigenes Emirat zu errichten.

 

Bereits Mitte 2015 hat die Nusra-Front über Teile der Provinzhauptstadt Idlib sowie die Städte Dschisr al-Schughur und Ariha geherrscht. Es zeichnet sich jetzt ab, dass Idlib möglicherweise das Zentrum des radikalislamistischen Emirats in Nordwestsyrien werden könnte, ähnlich wie Rakka und Mossul für den IS.

 

Der Journalist Charles Lister formulierte in seinem Artikel in der „Foreign Policy“ zudem auch noch direkte Handlungsanweisung an die US-Regierung, für den Fall dass die US-Regierung Syrien nicht an die Al-Kaida verlieren möchte. Demnach müsste oder sollte die US-Regierung ihre militärische, politische und finanzielle Hilfe für die syrische Opposition massiv verstärken bzw. erhöhen. Lister:“Das Ziel sollte sein, ein wachsendes Netzwerk von gestärkten, international unterstützten und wirklich einflussreichen Oppositionsgemeinschaften aufzubauen, deren einzelne Erfolge den anderen wieder nutzen und eine Barriere gegen den Einfluss von Al-Kaida errichten würden.“ Andernfalls, so stellte Lister in Aussicht, wird ein islamistisches Emirat in Syrien, dass von der Al-Nusra-Front kontrolliert bzw. aufgebaut wird, nur eine Frage der Zeit sein.

 

 

Quelle: NeoPresse