Ein Kölner Restaurant musste wegen Drohungen schließen, wie Medien berichten, nachdem es einen Erdogan-Burger ins Angebot aufgenommen hatte. Aber der Lokalbesitzer lässt sich nicht unterkriegen und will in seinem „Kampf für Demokratie“ noch einen drauf setzen: einen Böhmermann-Cookie.

 

Das Restaurant Urban Burgery in Köln musste vorläufig schließen, nachdem es zu einem Facebook-Post über den neuen Erdogan-Burger zahlreiche Drohungen erhalten hatte. Zum ersten Mal erschien die Neuheit Ende April in der Speisekarte und wurde den Kunden als „saulecker“ und „saftig“ vorgestellt, „natürlich mit Ziegenkäse“. Zuerst wirkte der Erdogan-Burger wie ein Magnet.

 

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„Nach dem Post zum Erdogan-Burger hatten wir innerhalb von zwei Tagen 150.000 Zugriffe auf unsere Facebook-Seite. Normalerweise sind dort 100 bis 200 pro Tag“, erzählte Ladenbesitzer Jörg Tiemann gegenüber dem Kölner Stadt-Anzeiger.

 

Aber nach den darauffolgenden Drohungen hätten gar drei türkischstämmige Service-Kräfte aus Angst vor „persönlichen Konsequenzen“ gekündigt. Nun sei nur noch die Hälfte der Mitarbeiter geblieben, so Tiemann. Auch deshalb musste das Geschäft vorübergehend geschlossen werden. Inzwischen will der Gastronom wegen der Drohungen Anzeige bei der Polizei erstattet haben.

 

Gleichzeitig haben den Geschäftsmann aber auch viele Facebook-User unterstützt, und der will sich auf keinen Fall unterkriegen lassen: „Wir werden uns von Feinden von Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Bürgerrechten nicht mundtot machen lassen“, geht aus einem Post vom Samstag hervor.

 

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Nun will Tiemann eine weitere pikante Neuheit in seinem Restaurant vorstellen: Diesmal soll der ZDF-Satiriker Böhmermann mit einem Cookie geehrt werden.

 

„Ich dachte, weil wir noch kein Dessert haben und um vor Jan Böhmermann nochmal den Hut zu ziehen, wird es einen Keks mit seinem Namen geben“, wird der Lokalbesitzer vom Kölner Stadt-Anzeiger zitiert.

Der Komiker und Moderator Jan Böhmermann hatte in seiner Show «Neo Magazin Royale» beim ZDF ein Schmähgedicht auf den türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdogan verlesen. Deswegen hatte die Türkei die Aufnahme eines Ermittlungsverfahrens wegen Beleidigung eines ausländischen Staatsoberhaupts nach Paragraf 103 des Strafgesetzbuches verlangt. Dem hat die deutsche Bundesregierung unter Kanzlerin Merkel am 15. April per Ermächtigung zugestimmt.