Der UN-Menschenrechtskommissar Said Raad al-Hussein hat die Türkei aufgerufen, Mitteilungen über Verstöße gegen die Menschenrechte im Südosten des Landes überprüfen zu lassen.

 

„Da die Türkei Verpflichtungen zum Schutz ihrer Bevölkerung vor Gewaltakten übernommen hat, ist es dringend nötig, dass die Behörden die Menschenrechte unter allen Umständen einhalten, auch wenn Operationen zur Gewährleistung der Sicherheit oder Anti-Terror-Einsätze durchgeführt werden“, so Al-Hussein.

 

Laut dem Kommissar verfügt er über Informationen über den Tod von Zivilisten, auf die Scharfschützen oder Soldaten von ihrem Wagen aus bei einem Sondereinsatz das Feuer eröffnet hätten. Einigen Angaben zufolge will die Uno auch Mitteilungen über den Tod von mehr als 100 Zivilisten in Cizre prüfen, die in von den Sicherheitskräften eingekreisten Kellern verbrannt waren.

 

Die türkischen Behörden hatten bereits im Dezember 2015 in mehreren von Kurden bewohnten Regionen im Südosten des Landes, wo Straßenkämpfe zwischen Soldaten und Kurdenkämpfern andauern, eine Ausgangssperre angeordnet. Zu diesen Gebieten gehören der Stadtbezirk Sur in Diyarbakir, die Städte Cizre und Silopi in der Provinz Sirnak sowie die Städte Nusaybin und Dargecit in der Provinz Mardin.

 

Nach Angaben des türkischen Generalstabs sind seit Mitte Dezember bei Militäreinsätzen mehr als 1.000 Kurdenkämpfer getötet worden. Laut kurdischen Aktivisten handelt es sich bei den Toten hauptsächlich um Passanten und Zivilisten.