Die NATO wird die operative Bereitschaft einer US-amerikanischen Raketenabwehr in Rumänien zertifizieren. Dem feierlichen Durchschneiden des Bandes wohnen an diesem Donnerstag in der Stadt Deveselu unter anderem Allianzchef Jens Stoltenberg und US-Vizeaußenminister Frank Rose bei, hieß es am Mittwoch in Washington.

 

Am Freitag soll im polnischen Redzikowo der Grundstein für einen ähnlichen Aegis-Komplex gelegt werden. Die beiden Systeme entstehen im Rahmen der zweiten und der dritten Etappe bei der Umsetzung der US- und NATO-Pläne zur Aufstellung einer europäischen Raketenabwehr.

 

Die mit Standard-3-Raketen (SM-3) ausgestattete Anlage in Deveselu war Ende vergangenen Jahres fertig gebaut worden. Die Inbetriebnahme des polnischen Zentrums ist für 2018 geplant.

 

Die Aufstellung des europäischen Raketenabwehrsystems geschah nach Angaben des Portals heise.de weitgehend unbemerkt von der medialen Öffentlichkeit in Deutschland, obgleich der noch unter Präsident George Bush erfolgte Beschluss, in Europa an der Grenze zu Russland zunächst in Polen und der Tschechischen Republik das Raketenabwehrschild zu installieren — zusammen mit der Absicht, Georgien und die Ukraine in die NATO aufzunehmen — den Konflikt zwischen Russland und der Allianz eskalieren ließ. Prag lehnte das Angebot allerdings ab.

 

Der Konflikt hat ebenfalls weitgehend unbemerkt zu einem neuen atomaren Wettrüsten geführt, wozu auch gehört, die in Deutschland stationierten Atomwaffen zu modernisieren.

 

Die USA verfolgen im Wesentlichen zwei Ziele. Mit der Erweiterung der NATO und der Installation des Raketenschildes soll Russland weiter eingedämmt werden, während die NATO-Staaten, die unter den US-Schild schlüpfen, vermeintlich höhere Sicherheit vor Raketenangriffen mit größerer technischer, militärischer und politischer Abhängigkeit bezahlen.