Warschau hat die Aufnahme von Flüchtlingen aus Italien ausgesetzt, wie die Agentur PAP unter Berufung auf das polnische Innenministerium mitteilt. Als Grund wurden Sicherheitsbedenken angegeben, wobei sich die beteiligten Staaten aber wegen Sicherheitsmängeln gegenseitig kritisieren.

 

Laut der Agentur ist der Aufnahmestopp „hauptsächlich“ auf Bitte der italienischen Seite zurückzuführen. Es gebe keine Möglichkeit, entsprechende Prüfungen durchzuführen. Außerdem seien die entsprechenden Verantwortlichen nicht zu erreichen.

 

Aus dem polnischen Innenministerium wiederum heißt es: „Grund dafür ist das mangelnde Sicherheitsniveau, das für die polnische Regierung vorrangig ist.“

 

Im Jahr 2015 hatte sich Warschau im Rahmen des EU-Programms zur Aufnahme von  7.000 Flüchtlingen binnen zwei Jahren verpflichtet.

 

Die Zuwanderungskrise in Europa hatte sich im vorigen Jahr im Zusammenhang mit dem steigenden Einwanderungsstrom aus Nordafrika, dem Nahen Osten, Zentral- und Südasien zugespitzt. Im Jahr 2015 sind offiziellen Angaben zufolge rund 1,8 Million Migranten nach Europa gekommen. Experten zufolge handelt es sich um die größte Flüchtlingskrise seit dem Zweiten Weltkrieg.