Die russischen Militärberater in Syrien und der Generalstab der syrischen Armee bereiten eine Großoffensive auf die IS-Hochburg Rakka vor, schreibt die „Nesawissimaja Gaseta“ am Mittwoch.

 

Die Offensive soll von Palmyra aus starten, wo Russland nach Angaben westlicher und arabischer Medien einen weiteren Militärstützpunkt schafft. Auf einem Video der Nachrichtenagentur AFP sind Objekte des neuen Stützpunktes zu sehen, darunter Flugabwehrkomplexe Panzyr S-1.
 
Westlichen Analytikern zufolge soll dieser Stützpunkt im Zentrum der syrischen Wüste das Aufmarschgebiet zur Fortsetzung der Antiterroroperation gegen den IS werden. Allerdings kann man diesen Informationen nur mit Vorbehalt Glauben schenken: Russische Militärobjekte in der Gegend waren für die entsendeten Pioniere eingerichtet wurden, die die Gebiete um Palmyra entminen. Doch aus militärstrategischer Sicht könnte gerade Palmyra der wichtigste Ort werden, von dem aus der größte Schlag gegen den IS versetzt wird.
 
Laut dem russischen Verteidigungsministerium besteht die russische Militärgruppierung in Syrien zurzeit aus einem Flieger- und einem Flugabwehrregiment. Dazu gehören auch ein Marineinfanterie-Bataillon, motorisierte Schützeneinheiten, ein Bataillon für die technische Versorgung und die Begleitung von Militärfrachten, ein Pionierbataillon, eine medizinische Einheit und Militärberater. Diese Kräfte würden wohl ausreichen, um zusammen mit dem syrischen Militär die Befreiung der östlichen syrischen Gebiete vom IS zu organisieren.
 
Diese Handlungen könnten von mehreren Faktoren verhindert werden. Bedeutende Kräfte der Regierungstruppen kämpfen gegen Extremisten, die von der Türkei intensiv unterstützt werden (in den Provinzen Latakia, Idlib und Aleppo). Russland und die USA hatten bereits am 4. Mai die Ausdehnung des Waffenstillstandes auf Aleppo vereinbart. Dabei betonte das US-Außenministerium, dass sich der Waffenstillstand nicht auf die in Russland verbotene Gruppierung al-Nusra-Front ausdehnt, die Moskau zufolge aktiv von der Türkei unterstützt wird.
 
Wie das russische Zentrum zur Versöhnung der sich gegenseitig bekämpfenden Seiten am Dienstag berichtete, sind in Anadan in der Provinz Aleppo mehr als 70 Extremisten und drei LKW mit Munition aus der Türkei eingetroffen. Laut syrischen Medien kamen aus der Türkei 100 Extremisten der so genannten „Kaukasus“-Front nach Latakia. Zudem sollen in den vergangenen zwei Tagen mehr als 1.000 Extremisten der al-Nusra-Front, von Dscheisch al-Islam und Ahrar al-Scham in die Region Aleppo gekommen sein. Die Terroristen verfügen über acht Panzer, vier Schützenpanzerwagen und mindestens zehn Pick-Ups mir Großkaliber-Maschinengewehren.
 
Angesichts der schwierigen Situation liefert Moskau weiterhin Waffen und Kampftechnik nach Syrien. Wie die türkische Zeitung „Hurriyet“ berichtet, passierte ein russisches Schiff mit zwei Panzern an Bord den Bosporus. Dies sei durchaus möglich, weil die syrischen Regierungstruppen neue Waffen zum effektiven Kampf gegen die Extremisten brauchen. Die Panzer des Typs T-90A sowie andere Waffentypen (schwere Flammenwerfer, Mehrfachraketenwerfer u.a.) erwiesen sich als effektiv im Kampf gegen den IS.
 

Quelle: Sputniknews