In Frankreich hat ein junges Mädches mit Hilfe der Periskope-Applikation ein Selbstmord-Video gedreht und sich daraufhin vor einen Zug geworfen. Das Video hat sich in der Netzgemeinde stark verbreitet. Auf einem Livestream-Video erzählt die 19jährige Frau ihre Gründe für den Suizid. Hierbei soll es sich nicht um einen Einzelfall handeln. Die französische Staatsanwalt ermittelt.

 

Wie die Nachrichtenagentur Sputnik aus Moskau und die New York Times berichten hat sich ein junges Mädchen nach Ankündigung im Internet das Leben genommen. Die Aufzeichnungen zeigen eine abgespannte ernste junge Frau, die in ihrem möblierten Zimmer sitzt und ihren Selbstmord ankündigt. Die Videos sind nicht mehr auf der ursprünglichen Plattform verfügbar. „Ich mache dieses Video nicht um jemandes Nerven zu kitzeln, sondern um Menschen reagieren  zu lassen und zum Nachdenken anzuregen, das wäre alles“, so die junge Frau auf dem Video. Ein Hilfeschrei in einer ignoranten Gesellschaft?

 

 

Das Video wurde mehrfach kopiert und auf Videokanälen zugänglich gemacht .Da dies kein Einzelfall laut den französischen Ermittlern ist, wird auf die Veröffentlichung des Videos hier verzichtet. Zudem wurde das Echtzeit-Video mit Worten wie „Wir freuen uns darauf“ oder „Das ist super“ kommentiert. Ein weiteres Anzeichen für die Pietätlosigkeit, die sich in der französischen Kultur abzeichnet. Besonders deswegen, da solche Kommentare geposted wurde, bevor sich das Mädchen ihr junges Leben nahm.

 

Wie die New Yorker Zeitung unter anderem berichtet, soll es sich hierbei nicht um einen Einzellfall gehandelt haben.Französische Ermittler und Forensiker bewerten diese Entwicklung unter Jugendlichen mit größter Sorge. Weiter wurde auch noch nicht bestätigt, ob die junge Frau, die sich vor den Zug geworfen hat mit dem 19jährigen auf dem Video identisch ist. In Frankreich wird zudem diskutiert, ob man das Verhalten der einzelnen Nutzer im Internet nun intensiver überwachen soll, um solchen Suiziden zuvorzukommen.

 

Die Frau hatte zuvor als Altenpflegerin in einem Seniorenheim gearbeitet. Nähere Angaben über den Hintergrund und ihr Umfeld blieben bislang aus. Der Analytiker Thomas Husson aus Paris, der für das Unternehmen Forrester Research tätig ist, hält solche Ereignisse in einer hochmodernen Gesellschaft für unvermeidlich. „Jetzt leben wir in einer Diktatur der Echtszeit“, sagte It-Forscher der Agentur Sputnik. Über die Motive solche Selbstmord-Aktionen via Livestream zu übertragen, wird bislang noch gerätselt.