Kreml-Sprecher Dmitri Peskow hat am Donnerstag versichert, dass Russland Maßnahmen zur Verteidigung vor dem entstehenden US-Raketenschild in Europa ergreift. Damit kommentierte er die heutige Einweihung der Raketenbasis der USA und der Nato in Rumänien.

 

„Laut unseren Experten stellt der Aufbau dieses Raketenabwehrsystems eine Bedrohung für Russland dar“, sagte Peskow. Russland ergreife Maßnahmen, um die eigene Sicherheit „auf einem ausreichenden Niveau zu gewährleisten“. Details nannte er nicht.

 

Im rumänischen Deveselu soll am Donnerstag eine Raketenstellung mit Überwachungsradar feierlich für voll einsatzfähig erklärt werden. Mit den universellen Startanlagen des Typs Mk-41 vor Ort können sowohl Abfangraketen als auch Tomahawk-Marschflugkörper mittlerer Reichweite gestartet werden. In zwei Jahren soll eine ähnliche Anlage in Polen entstehen. Russland kritisiert diese Pläne als Verstoß gegen den Vertrag über die Vernichtung der Raketen mittlerer und kurzer Reichweite (INF).

 

Russland wiederum sieht das Abwehrsystem gegen sich gerichtet, die Nato bestreitet das. Formell begründen die USA und deren Verbündete dieses Raketenabwehrprojekt mit einem angeblichen Schutz vor dem Iran, der bis Sommer 2015 wegen seiner Atom- und Raketenprogramme international unter Sanktionsdruck stand.

 

Obwohl die Weltgemeinschaft mit dem Iran eine Einigung im Atomstreit erzielte, wird an dem umstrittenen Raketenschild weiter gebaut. Moskau befürchtet, dass dieses Waffensystem auch nukleare Interkontinentalraketen abfangen und so das russische Atomarsenal entwerten könnte. Hinzu kommt, dass die USA es ablehnen, rechtsverbindliche Garantien dafür abzugeben, dass der entstehende Raketenschirm nicht auf Russlands Atomraketen abzielt.