Nizip gilt als vorbildliches Auffanglager für Flüchtlinge an der Grenze zu Syrien, das vor einigen Wochen sogar von der Bundeskanzlerin Angela Merkel besucht wurde. Nun ist dort ein Kinder-Missbrauchsskandal ans Licht gekommen: Eine Reinigungskraft habe offenbar dutzende Flüchtlingsjungen vergewaltigt.

 


​Nach Angaben der Ermittler soll sich der 29-jährige türkische Staatsbürger innerhalb von drei Monaten in dem Zeltlager im südosttürkischen Nizip an 30 Kindern im Alter zwischen acht und 12 Jahren vergangen haben. Der Verdächtige habe den Jungen 1,5 bis zu fünf Lira (ungefähr 50 Cent bis 1,60 Euro) gegeben und sie auf den Waschräumen und Toiletten zu sexuellen Handlungen genötigt, berichtet die Hurriyet Daily News.

 

Acht Familien hätten den Mann bereits angezeigt, wobei andere aus Angst ihren Flüchtlingsstatus zu verlieren, keine Anzeige erstatteten, so die Zeitung.

 

Der mutmaßliche Täter sei bereits im September vergangenen Jahres festgenommen worden, was allerdings über ein halbes Jahr verschwiegen worden sei. Die für die Camps verantwortliche Behörde für Katastrophenschutz, Afad, habe erst am 12. Mai den Zwischenfall in einer offiziellen Stellungnahme angesprochen, schreibt das Blatt. Zuvor gab es mehrmals Gerüchte, dass in den Afad-Lagern Frauen zur Prostitution genötigt würden.

 

Der Mann befindet sich in Haft, es wird weiter ermittelt. Wird seine Schuld bewiesen, drohen ihm bis zu 300 Jahre Gefängnis.