Die geplante Visafreiheit für die Türken erhöht das Risiko neuer Terroranschläge in der Europäischen Union, wie es in einem Bericht der EU-Kommission heißt. Demnach werden Terroristen mit türkischen Pässen ungehindert nach Europa strömen, sobald die Visapflicht entfällt.

 

Die EU-Kommission erwartet, dass „ausländische Terroristen und Mitglieder von organisierter Kriminalität versuchen werden, türkische Pässe zu bekommen, um mit denen nach Kontinentaleuropa zu kommen, sobald die Visafreiheit in Kraft tritt“, zitiert die  Zeitung „The Telegraph“ aus dem Bericht.

 

Die EU-Kommission warnt ferner, dass auch die türkische Mafia, die Drogen, Waffen, Sexsklavinnen und Flüchtlinge in die EU schmuggelt, durch den EU-Türkei-Deal „direkt in die EU expandiert“. Suspekte Personen bekämen mehr Chancen, unbemerkt in die EU zu gelangen, wenn sie sich nicht mehr dem Visaantragsverfahren unterziehen müssen.

 

Der Ex-Chef des britischen Auslandsgeheimdienstes MI6, Richard Dearlove, verglich  die Visafreiheit für Türken mit der „Lagerung von Benzin neben Feuer“. Dearlove warnte vor einem „Populisten-Aufstand“ in Europa, sollten die EU-Behörden die Flüchtlingsströme nicht in den Griff bekommen.

 

Die Visafreiheit für Türken ist in dem Abkommen zum EU-Türkei-Flüchtlingsdeal vereinbart. Doch in den letzten Wochen stocken die Verhandlungen, weil die Türkei nicht alle Kriterien erfüllen will: Präsident Erdogan lehnt die von der EU verlangte Abschwächung der türkischen Anti-Terror-Gesetze ab. Die Europäische Union hatte der Regierung in Ankara drei Milliarden Euro zugesagt, damit die Türkei die Flüchtlingsströme in die EU eindämmt.