Die Ukraine hat vom Parlament der italienischen Region Venetien gefordert, gegen die Anerkennung der Krim als Teil Russlands zu stimmen, schreibt die Zeitung «Iswestija» am Mittwoch.

 

Der ukrainische Botschafter in Italien, Jewgeni Perelygin, hat in dieser Woche einen entsprechenden Brief an die venezianischen Abgeordneten überreicht.

 

Darin verwies die ukrainische Seite unter anderem darauf,  dass die Italiener „lieber eine friedliche Rückgabe der Krim an die Ukraine fördern sollten anstatt illegitime Handels- bzw. Wirtschaftsbeziehungen mit der Halbinsel anzuknüpfen“.

 

Zugleich betonte Perelygin, dass die ukrainische Führung zuvor gegenüber dem venezianischen Gouverneur Luca Zaia mehrmals „ein besonderes Interesse“ der Ukraine für die Vertiefung des Zusammenwirkens mit Unternehmern aus Venezien geäußert habe, das „eine sehr wichtige Region Italiens“ sei.

 

Am Anfang des Briefes erinnerte der ukrainische Botschafter die venezianischen Abgeordneten daran, dass die Krim „ein nichtwegzudenkender Teil des ukrainischen Territoriums“ sei, „der vor zwei Jahren von Russland wider die fundamentalen Völkerrechtsprinzipien und die bestehenden bilateralen Verträge okkupiert worden“ sei.

 

Die Abstimmung über die Anerkennung der Krim als Teil Russlands steht auf der Tagesordnung der heutigen Sitzung des venezianischen Parlaments.

 

Die Initiative geht von 24 der insgesamt 51 Abgeordneten des venezianischen Parlaments aus, die unter anderem die „Lega Nord“ und die Partei „Forza Italia“ vertreten.

 

„Ich möchte, dass die italienische Regierung keine strategischen Fehler begeht. Und die antirussischen Sanktionen sind eben ein Fehler, wie auch die Weigerung zum Akzeptieren der offensichtlichen Angelegenheit: Die Krim ist Teil Russlands“, sagte der Koautor der Initiative, Stefano Valdegamberi, gegenüber «Iswestija».

 

„Die Wirtschaft unserer Region bekam die Folgen der Restriktionen stärker als viele andere zu spüren.“ Nach seinen Worten haben die Verluste Venetiens in den letzten anderthalb Jahren eine Milliarde Euro übertroffen. „Wir wollen eine Koalition gegen die absurde Politik der EU bilden. Venezianische Unternehmer und das italienische Volk teilen unsere Absichten.“ Der Parlamentarier zeigte sich überzeugt, dass die Einwohner der Krim ein Selbstbestimmungsrecht haben, „und es wäre absurd, das aus der Völkerrechtssicht zu negieren. Noch mehr als das: Die Absurdität der EU-Politik wird durch die Prinzipien der Doppelstandards bestätigt, beispielsweise durch die Situation um die Anerkennung Kosovos“, so Valdegamberi.

 

Im Falle einer positiven Abstimmung wäre Venetien die erste Region auf der Welt, die die Republik Krim als Föderationssubjekt Russlands anerkannt hat.