Russland ist besorgt über die Pläne des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan bezüglich eines Alleingangs in Syrien und warnt die EU davor, die Türkei bei der Errichtung von sogenannten Sicherheitszonen zu unterstützen. Denn Russland befürchtet eine militärische Eskalation in Syrien welche durch die Türkei ausgelöst werden könnte.

 

In der letzten Zeit mehren sich die Anzeichen und Gerüchte über eine verstärkte türkische militärische Intervention in Syrien. Erdoğan kündigte bereits einen Alleingang in Syrien an. Offiziell kämpft die Türkei gegen den Islamischen Staat (IS). Doch fraglich dabei ist, ob sich die aktuellen Pläne einer militärischen Intervention wirklich nur gegen den Islamischen Staat richtet oder mehr gegen die Kurden. Denn bisher werden speziell die Kurden in Syrien von der Türkei bekämpft. Aber auch in der Türkei hat der Kampf der Erdoğan Regierung gegen die kurdische Arbeiterpartei PKK schon militärische Ausmaße angenommen. Auch der russische Außenminister, Sergej Lawrow, wirft der Türkei vor, mit dem Islamischen Staat gute Geschäfte zu machen und davon zu profitieren.

 

In Bezug auf die Errichtung von sogenannten Sicherheitszonen für syrische Flüchtlinge warnte jetzt Russland die EU, die Türkei bei der Errichtung von sogenannten Sicherheitszonen zu unetrstützen. In einem Interview für ″Die Welt″ sagte der russische EU-Botschafter Wladimir Tschischow, dass die sogenannten humanitären Zonen von zweifelhafter Natur seien. ″Ich fordere die EU auf, die Pläne der Türkei für Sicherheitszonen nicht zu unterstützen. (…) Es ist wahrscheinlicher, dass sie zu Rückzugsgebieten für militante Islamisten gemacht werden, wo diese wiederbewaffnet und versorgt und dann zurück in den Krieg geschickt werden. Dies würde das Blutbad in Syrien noch mehr verlängern.″
 
Zudem sagte Tschischow, dass die Unterstützung für Sicherheitszonen kein ″Tauschgeschäft für Ankaras Hilfe beim Stopp der Migrationsströme in die EU sein darf″ und warnte eindringlich vor den Konsequenzen der Sicherheitszonen. Denn es ″verletzt die Souveränität und territoriale Integrität Syriens, wenn man der Türkei bei der Errichtung von sicheren Enklaven hilft. Das wird kaum dazu beitragen, den Anspruch der EU, im Mittleren Osten als unabhängiger und verantwortlicher Akteur aufzutreten, zu festigen.″, so Tschischow.

 

Von Roland Kreisel