Gefährliches Kräftemessen: Wieder sind Unbeteiligte bei einem illegalen Autorennen verletzt worden. Ein sechsjähriger Junge kämpft um sein Leben.

 

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Die zerstörten Fahrzeuge am Donnerstagabend in Hagen. Fünf Wageninsassen sind schwer verletzt worden, darunter ein kleiner Junge.

 

Bei einem illegalen Autorennen sind in Hagen fünf Menschen schwer verletzt worden, darunter zwei Kinder. Ein sechsjähriger Junge schwebte am Freitagmorgen noch in Lebensgefahr. Er sei nach dem Frontalzusammenstoß am Donnerstagabend mit einem Rettungshubschrauber in eine Spezialklinik gebracht worden, berichtete die Polizei. „Wir machen uns sehr große Sorgen“, sagte der Leiter der Verkehrsdirektion der Hagener Polizei, Michael Hoffmann.

Zwei 33 und 46 Jahre alte Autofahrer hätten sich am Donnerstagabend in der Nähe der Fernuni Hagen ein Rennen geliefert. Als eine 76 Jahre alte Autofahrerin mit ihrem Kleinwagen am Fahrbahnrand losfuhr, wollte der 46 Jahre alte Fahrer den Ermittlungen zufolge ausweichen und geriet dabei in den Gegenverkehr.

 

Er kollidierte frontal mit dem Wagen einer 37 Jahre alten Mutter, die mit ihrer elfjährigen Tochter und ihrem sechsjährigen Sohn unterwegs war. Alle erlitten schwere Verletzungen. Das Auto der Frau wurde durch die Wucht des Aufpralls gegen einen neben ihr fahrenden Wagen eines Dreißigjährigen geschoben, der daraufhin eine Verkehrsinsel rammte, mit seinem Wagen umstürzte und ebenfalls schwer verletzt wurde.

 

Der zweite am Autorennen beteiligte Fahrer (33) flüchtete unverletzt von der Unfallstelle, stellte sich aber Stunden später im Beisein eines Anwalts der Polizei. Nach ersten Erkenntnissen geht die Polizei davon aus, dass sich die beiden Fahrer zufällig an einer Ampel begegnet sind und sich dann spontan ein Rennen geliefert haben.

 

Illegale Autorennen hatten in den vergangenen Jahren bundesweit mehrere Menschenleben gekostet. Nach Angaben der Polizei wurden allein in Nordrhein-Westfalen 2015 rund 230 Strafanzeigen wegen illegaler Autorennen erstattet.

 

Im Prozess um den Tod einer 19-jährigen Radfahrerin waren in Köln Mitte April zwei junge Männer zu Bewährungsstrafen verurteilt worden. Nach Auffassung des Landgerichts hatten die Angeklagten sich spontan über eine Strecke von mehreren Kilometern ein Kräftemessen geliefert. Mehrere Zeugen hatten ausgesagt, die beiden Autos seien mit hohem Tempo und quietschenden Reifen unterwegs gewesen.

 

 

Quelle: FAZ