Die Teilrepublik von Bosnien-Herzegowina war zwischen 1992-1995 Kriegsschauplatz gewesen. Aktuell befürchtet man, dass die überwiegend von Serben bewohnte Teilrepublik in Südosteuropa eine bunte Revolution stattfinden soll. Am kommenden Samstag sollen eine Demonstration gegen den Präsidenten Milorad Dodik stattfinden, die von westlichen Stakeholdern massiv finanziert werden soll.

 

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Durch die Flüchtlingskrise ist vor allem das ehemalige Jugoslawien geschwächt worden und der Westen sieht seine Chance durch eine „Farb-Revolution“ seinen Einflussbereich auszuweiten. Hybride Kriegsführung oder „Soft-Power“ sind inzwischen gängige Methoden geworden, um unliebsame Regierungen zu stürzen. Experten zufolge soll nach Angaben von Sputnik der in Srpska ansässige „Verband für Änderungen“ (SZP) am kommenden Wochenende eine großangelegte Demonstration gegen die amtierende Regierung abzuhalten.

 

Demonstranten sollen bereits bezahlt worden sein, um Stimmung für die NATO in der Teilrepublik von Bosnien-Herzegowina zu machen. Busse für den Transport sollen hierfür bereits angemietet worden sein. Zudem sollen auch Bulldozer zum Einsatz kommen, die Polizisten attackieren soll, welche für einen friedlichen Verlauf der Demonstration sorgen soll. Präsident Dodik
ist kein Freund der Nato und warnte Serbien vor „allem, was aus dem Westen käme.“

 

Die blutigen Angriffe der Nato-Allianz vor 17 Jahren in Serbien sind noch in guter Erinnerung. „Diese bezahlten Nato- und Europa-Anhänger sind viel gefährlicher für Serbien als alles andere“, sagte Dodic im Ferbruar in einem Interview mit Sputnik. Contra Magazin berichtete bereits im Januar ausführlich über die „Soft-Power“-Methoden, die in Montenegro angewandt werden, um den jungen Staat in das westliche Verteidigungsbündnis zu integrieren. Hierbei werden auch moderne Mittel der „hybriden Kriegsführung“ angewandt, um den Anschein zu erwecken, dass sich der Beitritt in das westliche Bündnis-System ohne Zwang vollziehe.

 

Hybride Kriegsführung ist ein Mittel, um Staaten und Regionen ohne Krieg und Kampf für sich zu gewinnen. Moderne Mittel sind Desinformation, finanzierte Aufstände sowie die Bekämpfung der Staatsgewalt mit zivilen Geräten, die man als Waffe gegen die Staatsgewalt missbrauchen kann. Auch der Einsatz von Scharfschützen wird hierbei angewandt, die man letzlich durch Desinformationskampagnen dem politischen Gegner, beispielsweise der Polizei, zurechnen will.

 

Um eine staatliche oder zwischenstaatliche Verbindung, wie die NATO oder EU, glaubhaft abstreiten zu können, werden solche Aktivitäten durch Stiftungen, Vereine oder Tarnfirmen finanziert. Diese Methoden hybrider Kriegsführung werden seit 2011 vermehrt angewandt, wie man in der arabischen Welt, der Ukraine oder in Montenegro beobachten konnte.

 

Das Internetportal „Press Republika Srpska“ berichtet unter anderem, dass die Open Society Foundation (OSF) des amerikanischen Milliardärs George Soros die Oppositionsproteste finanzieren soll. Es sollen bereits 486.000 US-Dollar an die Oppositionskräfte in Srpska geflossen sein, um in Banja Luka die Proteste Mitte Mai anzuheizen. Man beruft sich hierbei auf Dokumente, die auf den 20 April datiert sind.

 

Seit dem Sommer im letzten Jahr gilt die Republik Srpska in Bosnien-Herzegowina an Konfliktgebiet zwischen dem Westen und Russland. Streitigkeiten sind das Justizsystem Bosniens, sowie der Umgang mit der serbischen Bevölkerung, die in Bosnien-Herzegowina laut Moskau benachteiligt wird. Befeuert wird dieser Konflikt durch radikale Islamisten, die eine Gefahr für die orthodoxen Serben darstellen. Durch die Flüchtlingskrise sollen sich radikale Islamisten verstärkt in dieser Region verschanzt haben.
 

 

Von Christian Lehmann