Die türkische Journalistin Arzu Yildiz ist zu 20 Monaten Gefängnisstrafe verurteil worden, wie Reuters meldet. Der Frau wurde zudem das Sorgerecht über ihre zwei kleinen Töchter entzogen.

 

Yildiz hatte Videos aus der Gerichtsverhandlung im Fall einer Durchsuchung von Lastwagen der türkischen Geheimdienstes MIT veröffentlicht, die vermutlich Waffen an syrische Dschihadisten liefern sollten. Das Video zeigt die Aussagen der Staatsanwälte veröffentlicht, die sich bei dem Prozess als Angeklagte verantworten mussten, da sie den Durchsuchungsbefehl erlassen hatten.

 

Der Vorfall mit den Durchsuchungen der Lastwagen hatte sich im Januar 2014 ereignet und für einen großen Aufruhr in der Türkei gesorgt. Der türkische Staatschef Recep Tayyip bestätigte, dass die Lastwagen dem türkischen Nachrichtendienst MIT gehören. Die Fahrzeuge waren laut Erdogan nach Syrien unterwegs, um Hilfsgüter an syrische Turkmenen zu liefern.

 

Doch im Mai vergangen Jahres veröffentlichte die türkische Zeitung Cumhuriyet Fotos und Aufnahmen, die angeblich bei den Durchsuchungen der Lastwagen gemacht worden waren. Die Fotos und Videos zeigten Kisten mit Artilleriegeschossen, Minen und anderer Munition.

 

Kurz nach der Veröffentlichung forderte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan die Staatsanwaltschaft auf, ein Strafverfahren gegen die Zeitung einzuleiten. Der Chefredakteur Can Dundar und der Leiter des Büros der Zeitung in Ankara Erdem Gul wurden zu fünf Jahren und 10 Monaten beziehungsweise zu fünf Jahren Haft verurteilt.

 

Für Erdogan und seine Regierung ist der Vorfall, so Reuters, hochbrisant. Der türkische Präsident habe zuvor die Durchsuchung der Lastwagen und die damit verbundenen Medienberichte als Teil einer Verschwörung seiner politischen Feinde bezeichnet.

 

Der Oberste Rat der Richter und Staatsanwälte der Türkei hat in diesem Zusammenhang fünf Staatsanwälte des Amtes enthoben, ohne das Recht, jemals wieder einer solchen beruflichen Tätigkeit nachzugehen.

 

Yildiz will laut der Agentur den Gerichtsbeschluss anfechten. Das Urteil bezeichnete sie als Willkür, da dadurch ihre Kinder bestraft würden.