Vor dem britischen Austritts-Referendum am 23. Juni wird auf der Insel auch intensiv über eine mögliche Mitgliedschaft der Türkei debattiert.

 

Im Kampf für den Verbleib seines Landes in der EU hat der britische Premierminister David Cameron darauf verwiesen, dass ein EU-Beitritt der Türkei noch in weiter Ferne liege. Ankara habe seinen Beitrittsantrag im Jahr 1987 eingereicht, sagte Cameron am Sonntag dem TV-Sender ITV. So wie sich die Dinge jetzt entwickelten, sei mit einem Beitritt «wahrscheinlich um das Jahr 3000 herum» zu rechnen.

 
Der EU-Beitritt der Türkei wird von den Befürwortern eines Austritts Großbritanniens als Argument vor dem Referendum am 23. Juni angeführt. Cameron kritisierte die diesbezügliche Kampagne der Brexit-Befürworter. Ihr Argument ziehe auch deswegen nicht, weil jeder EU-Mitgliedstaat einen Beitritt der Türkei durch sein Veto verhindern könne — auch noch im derzeitigen Stadium.

 

Der Vorsitzende der EU-feindlichen und rechtspopulistischen United Kingdom Independence Party (UKIP), Nigel Farage, schrieb unterdessen im «Sunday Express», ein Verbleib Großbritanniens in der EU bei gleichzeitigem Beitritt der Türkei bedeute, dass es «noch mehr unkontrollierte Einwanderung» geben werde. Die der Farage-Partei nahe stehende Zeitung titelte, «zwölf Millionen Türken» wollten nach Großbritannien kommen. In den jüngsten Umfragen hatte das Lager der Brexit-Gegner zulegen können.