Der Verkauf ihrer Tochterfirmen in Russland hat ausländische Banken in den letzten vier Jahren insgesamt knapp zwei Milliarden US-Dollar (1,8 Milliarden Euro) gekostet, wie die Zeitung „Iswestija“ berichtet.

 

Anfang 2012 waren in Russland noch 77 ausländische Banken tätig gewesen, Mitte 2016 sind noch 68 geblieben, so die Statistik der Nationalen Ratingagentur.

 

Die meisten Verluste mussten die belgische KBC Group, die britische Barclays Bank PLC und die größte Bank Zyperns, Bank of Cyprus, hinnehmen. Auch die schwedischen Svenska Handelsbanken und Swedbank, sowie die neiderländische Rabobank und die britische IPF Investments Limited konnten in Russland keine Kunden mehr finden.

 

Die Ratingagentur erklärte außerdem, dass die europäischen und amerikanischen Banken nach ersten Einschätzungen der Krisenfolgen von 2008 begonnen hätten, den russischen Markt zu verlassen. Die meisten hätten dies noch weit vor der Einführung der Sanktionen getan, da sie ihre allgemeinen Geschäftsstrategien veränderten, sich auf neue Märkte umorientierten oder mit den Verschärfungen des russischen Bankenrechtes nicht einverstanden gewesen wären.

 

Gewinne vom Verkauf ihrer Tochterorganisationen in Russlands konnten nur die griechische Hellenic Bank Ltd., die spanische Banco Santander S.A. of Spain und die amerikanische General Electric Customer Finance (GECF) erzielen.