Dass sich Euronews auf ein Fake-Twitter-Account des russischen Außenministers Sergej Lawrow berufen hat, lässt sich auf Unprofessionalität und „unbewusste Russophobie“ zurückführen. Diese Meinung vertrat der stellvertretende Aufsichtsratschef des paneuropäischen Nachrichtensenders Pjotr Fedorow.

 

Laut Fedorow war der Fehler keine Absicht. Die Journalisten hätten aber die Äußerung des russischen Ministers an mindestens zwei verlässlichen Quellen überprüfen müssen, taten das jedoch nicht.

 

„Ich denke, es liegt an unbewusster Russophobie, die einigen englischschreibenden Journalisten eigen ist“, sagte der stellvertretende Aufsichtsratschef des Senders. Alle Euronews-Mitarbeiter  „stehen unter starkem Informationsdruck der westlichen Mainstream-Medien, die ob gewollt oder nicht am Informationskrieg gegen Russland teilnehmen“.

 

Am Montag hatte die russische Außenamtssprecherin Maria Sacharowa Euronews der „Desinformation“ bezichtigt. Als Beweis veröffentlichte sie ein Bildschirmfoto der englischsprachigen Euronews-Seite, die ihrerseits einen Screenshot von einem fiktiven Lawrow-Account bei Twitter als Quelle für ein «offizielles» Zitat veröffentlicht hatte.

 

„Alles ist prima, außer einer Tatsache: Lawrow hat gar keinen Twitter-Account“, schrieb Sacharowa via Facebook. Sie verwies darauf, dass die russischsprachige Euronews-Seite «den Fake nicht veröffentlicht hat».

Erst in der vergangenen Woche hatte Euronews mit einer Falschmeldung scharfe Kritik aus Moskau auf sich gezogen. In einem Bericht zum 72. Jahrestag der Deportation der Krim-Tataren berichtete die englischsprachige Seite des Senders, es seien „zwei Millionen“ Krimtataren deportiert worden. In Wirklichkeit waren es aber knapp 200.000 gewesen. Der Fehler wurde einen Tag später berichtigt, nachdem Sacharowa Euronews „Lüge“ vorgeworfen hatte.

 

Quelle: Sputniknews