Russland wird alle nötigen Maßnahmen ergreifen, um Bedrohungen für die nationale Sicherheit abzuwehren, die durch die Stärkung des Nato-Militärpotentials nahe der russischen Grenzen entstehen können, wie der russische Außenminister Sergej Lawrow in einem Interview gegenüber der Budapester Tageszeitung „Magyar Nemzet“ sagte.

 

„Wir sind nicht dazu geneigt, die Situation übermäßig zu dramatisieren. Dabei können wir jedoch die zunehmend negativen Tendenzen nicht ignorieren, die sich infolge des Nato-Kurses auf eine bewusste Untergrabung der strategischen Kräftebilanz in Europa abzeichnen“, so Lawrow.

 

Dabei gehe es besonders um die Stärkung des Militärpotentials der Nordatlantischen Militärallianz unweit der russischen Grenzen, konkret die intensivierte Stationierung globaler US-Raketenabwehrsysteme in Osteuropa. Diese Vorgänge könnten nicht anders, denn als destabilisierend und kurzsichtig bezeichnet werden.

 

„Russland strebt nach wie vor den Aufbau einer Architektur der gegenseitig vorteilhaften und umfassenden gesamteuropäischen Zusammenarbeit im Sicherheitsbereich an – auf Grundlage des Prinzips der unantastbaren Sicherheit und des Völkerrechtes“, betonte der Chefdiplomat.

 

Moskau rechne damit, dass letzten Endes doch der gesunde Menschenverstand die Oberhand gewinnen werde und die Nato die Kraft finden werde, von den Konfrontationsschemata, die auf Gewährleistung der eigenen Sicherheit auf Kosten anderer Länder abzielten, Abstand zu nehmen.

 
Am 12. Mai hatte die Nato auf der Militärbasis Deveselu in Rumänien einen wichtigen Teil ihrer neuen Raketenabwehr in Osteuropa in Betrieb genommen. Sie soll nach offiziellen Angaben mögliche Angriffe durch den Iran abfangen. Am 14. Mai war in der Ortschaft Redzikowo im Kreis Slupsk in Nordostpolen mit der Errichtung einer weiteren Komponente des US-Raketenabwehrsystems der Nato in Osteuropa begonnen worden.