Der Umgang der EU mit dem Projekt Nord Stream 2 zeigt laut dem ungarischen Außenminister Péter Szijjártó ihre Doppelmoral.

 

Szijjártó erinnerte an die Situation um die Pipeline South Stream. Damals hätten die westlichen Staaten Ungarn und manche andere Länder unter „sehr ernsthaften Druck“ gesetzt, weswegen die Bauarbeiten dann gestoppt wurden. Damals sei auch behauptet worden, man dürfe keine Gaspipeline unter Umgehung der Ukraine bauen, das Projekt sei zudem wirtschaftlich nicht sinnvoll.

 

„Jetzt sehen wir aber, dass es eine andere Gaspipeline gibt, die die Ukraine umgeht, doch nicht vom Süden, sondern vom Norden. Interessanterweise  protestieren die EU-Kommission und unsere Freunde nicht so laut, wie sie das bei South Stream gemacht hatten“, so der ungarische Diplomat im Anschluss an ein Gespräch mit seinem russischen Amtskollegen Sergej Lawrow.

Dabei hätte South Stream für Ungarn eine Diversifizierung bedeuten und die Energiesicherheit des Landes fördern können.

 

Das Nord-Stream-2-Projekt sieht den Bau von zwei Strängen mit einer Gesamtkapazität von 55 Milliarden Kubikmetern Gas pro Jahr von der russischen Küste durch die Ostsee bis nach Deutschland vor. Gazprom würde über 50 Prozent der Anteile an der Nord Stream 2 AG verfügen, die europäischen Unternehmen BASF, E.On, Engie, OMV und Shell über jeweils zehn Prozent.

 

Gegen das Projekt ist die Ukraine, die ihre Rolle als Transitland verlieren würde.

 

Im Dezember 2014 hatte Russland den Bau der Gaspipeline South Stream wegen des Widerstandes der Europäischen Union gestoppt, die darauf bestanden hatte, dass das Projekt den Regelungen des dritten Energiepakets entspricht, laut dem Pipelinebetreiber nicht gleichzeitig auch Gaslieferanten sein dürfen.

 

 

Quelle: Sputniknews