Der US-Geostratege George Friedman brachte die «deutsche Frage» ins Spiel. Vor allem deshalb, weil man in Berlin an eine Normalisierung der Beziehungen zu Russland denkt. Es wäre an der Zeit für einen Befreiungskrieg.
 

Das Ziel der US-amerikanischen Geopolitik in Europa ist es, eine Allianz zwischen Deutschland und Russland zu verhindern. «Das Hauptinteresse der US-Außenpolitik während des vergangenen Jahrhunderts, im Ersten und im Zweiten Weltkrieg und im Kalten Krieg, waren die Beziehungen zwischen Deutschland und Russland, denn vereint sind sie die einzige Macht, die uns bedrohen kann. Unser Hauptinteresse war sicherzustellen, dass dieser Fall nicht eintritt», so Friedman im letzten Jahr.

 

Dementsprechend stark ist auch die Einflussnahme von transatlantischen Vereinen und Gruppen auf die deutsche Politik, allen Voran die «Atlantik-Brücke» und das «Council on Foreign Relations». Die volle Einbindung Deutschlands in den imperialistischen Eroberungsfeldzug der USA spielt hierbei eine wichtige Rolle. Hinzu kommt die alte britische Taktik der Spaltung und der Aufhetzung von Staaten, die nach wie vor funktioniert.
 

«Den Weg den die Briten gegangen sind, um sicherzustellen, dass keine europäische Macht ihre Flotte bauen konnte ist, dass die Europäer einander bekämpften. Die Politik die ich empfehlen würde ist die, die Ronald Reagan angewendet hat im Iran-Irak-Krieg 1980 bis 1988. Er finanzierte beide Seiten, so dass sie gegeneinander kämpften und nicht gegen uns.
 

Das war zynisch, bestimmt nicht moralisch, aber es funktionierte. (…) Und das ist der Punkt; die USA sind nicht in der Lage, ganz Eurasien zu okkupieren. (…) Aber wir sind in der Lage, erstens gegeneinander kämpfende Mächte zu unterstützen, damit sie sich auf sich selbst konzentrieren können. Sie zu unterstützen politisch, finanziell, militärisch und mit Beratern. Im äußersten Fall können wir tun, was wir in Vietnam, im Irak und in Afghanistan taten; mit Störangriffen intervenieren.
Störangriffe zielen nicht darauf, den Feind zu besiegen, sondern den Feind aus dem Gleichgewicht zu bringen, etwas was wir in jedem dieser Kriege taten», so Friedman weiter.
 

Doch in der deutschen Politik scheint man dies nicht erkennen zu wollen – oder gar einfach zu ignorieren. Weiterhin beharrt man auf «Bündnistreue» zu Washington, akzeptiert die US-Besatzungstruppen auf deutschem Boden und wagt es nicht, sich mit Russland zu verbrüdern und so einen Friedensvertrag auf den Weg zu bringen, den Moskau schon in der Vergangenheit angeboten hatte. Und vielleicht sogar braucht Deutschland einen Befreiungskrieg vom Joch der Besatzer USA, Großbritannien und Frankreich, die im Gegensatz zu Russland nicht auf ihre (ohnehin völkerrechtswidrigen) Ansprüche auf deutschen Boden verzichteten.