Das Angebot von Sigmar Gabriel, einen schrittweisen Abbau der verhängten Russland-Sanktionen durchzuführen, hat die Behörden in Kiew verärgert. Der Botschafter der Ukraine in Deutschland Andrew Miller appellierte an das Außenministerium mit der Forderung, die Position der Behörden zu erklären.

 

Der Botschafter der Ukraine will wissen, ob der Vorschlag an eine schrittweise Aufhebung der Sanktionenvon Vizekanzler und Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel eine offizielle Position der Bundesrepublik Deutschland ist.

 

Er sagte, dass in Kiew die Aussage des deutschen Politiker mit «Enttäuschung und Bitterkeit» angenommen wurde, berichtet die Webseite der «Komsomolskaja Prawda».

 

Der Botschafter der Meinung, dass die Sanktionen nur dann wirksam und erfolgreich sind, wenn alle Bedingungen erfüllt sind. «Im Falle von Russland braucht die internationale Gemeinschaft strategische Geduld, Einheit und Festigkeit», sagte er.

 

Für einen schrittweisen Abbau der wegen der Ukraine-Krise verhängten Russland-Sanktionen hat sich Vizekanzler und Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel ausgesprochen.

 

Isolation bringe auf Dauer gar nichts, am Ende helfe nur Dialog, sagte Gabriel am Rande des zweiten Russlandtags am Mittwoch in Rostock. Zuvor hatte auch Russlands Industrieminister Denis Manturow für eine Normalisierung der Wirtschaftsbeziehungen geworben.

 

Gabriel fügte hinzu, dass eine Normalisierung nur möglich sei, wenn die Verabredungen von Minsk für den Friedensprozess in der Ukraine auch eingehalten werden, berichtet die „Ostsee-Zeitung“.