Das deutsche Panzer-Projekt MBT Advanced Technology Demonstrator auf Leopard 2A4-Basis ist zwar mit neuen Modifikationen des russischen T-90 zu vergleichen, aber kaum in der Lage, ihnen real Konkurrenz zu leisten. Zu diesem Schluss gelangt zumindest ein russischer TV-Sender, der Experten befragte.

 

Der russische Panzer-Experte Sergej Suworow sagte dem TV-Sender Swesda im Hinblick auf das deutsche Projekt: „In verschiedenen Ländern gibt es eine Vielzahl von Panzern des Typs Leopard 2A4, deren Betriebsdauer bald zu Ende ist. Nun wird ein Paket von Verbesserungen angeboten, mit denen der Panzer laut Entwicklern nicht schlechter abschneiden könnte als die Modifikationen 2A6 und 2A7. Der Vorgang ist ziemlich simpel: Ein neues Feuerleitsystem muss her, aber auch zusätzliche Panzerungs-Module und eine neue Kanone.“

 

Der russische Militärexperte Víktor Murachowski kommentierte für den Sender: „Der neue deutsche Panzer lässt sich mit dem modernisierten russischen T-90 vergleichen. Vor allem geht es um dessen Exportversion T-90SM. Man sollte allerdings nicht vergessen, dass der T-90AM-Panzer, die den russischen Streitkräften zur Verfügung steht, sich von der Exportversion deutlich unterscheidet und nie öffentlich demonstriert wurde.“

 

 

„Außerdem wäre Folgendes zu berücksichtigen: Jenes technologische Niveau in Sachen Waffen, Schutz, Bordausrüstung und Automatisierung, das von den deutschen Spezialisten als qualitativ neu positioniert wird, ist bei russischen Panzern längst umgesetzt. Was die Neuartigkeit des deutschen Panzers betrifft, kann eher von einer gezielten Modernisierung die Rede sein als von einem Kampffahrzeug, das allen Verhältnissen angepasst ist“, so Murachowski.

 

Auch in Bezug auf abstandsaktive Schutzmaßnahmen habe der deutsche Panzer nichts Neues bekommen. „Dieses System nahmen auch US-Militärs unter die Lupe, als sie über eine Modernisierung ihrer eigenen Panzer nachdachten. Doch aus gewissen Gründen entschieden sie sich letztendlich für ein ähnliches System aus israelischer Produktion“, sagte Murachowski.

 

Wie der Sender weiter berichtet, wird das deutsche Projekt im Westen auch mit einer weiteren russischen Modifikation verglichen, dem T-90MS. Doch nach Ansicht von Suworow ist dieser Vergleich nicht ganz korrekt.

 

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Suworow erläuterte: „Der Fall T-90MS ist etwas anders. Eigentlich handelt es sich dabei um keine T-90S-Modernisierung, sondern um einen ganz neuen Panzer. Der Rumpf, der Geschützturm, der Ladeautomat, das Feuerleitsystem sind neu, auch der Motor und das Getriebe. Vom alten Panzer sind nur Kettenglieder, Laufrollen und das Maschinengewehr übrig geblieben. Sogar die Innenausstattung des Panzers ist nun ganz anders, sie wurde ergonomisch deutlich geändert, um funktioneller und bequemer für die Besatzung zu werden.“

 

Der Sender zieht Bilanz: „Trotz seiner großen Masse und dank der massiven Panzerung ist das neue Modernisierungs-Paket für den Leopard 2 zwar durchaus in der Lage, seinen Käufer zu finden. In absehbarer Zukunft geht jedoch um keine reale Konkurrenz mit den russischen T-90SM- und T-90MS-Panzern und erst recht mit dem T-14 Armata.“

 

Quelle: Sputniknews